Wie reinigt man einen verschmutzten Inbus-Schraubenkopf, damit das Werkzeug vollständig greift?

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Das Reinigen eines Inbus-Schraubenkopfes (Innensechskant) ist entscheidend, um ein „Runddrehen“ der Schraube zu verhindern. Wenn das Werkzeug nicht tief genug sitzt, wirken die Kräfte nur auf die oberen Kanten und zerstören das Profil.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du den Kopf professionell sauber bekommst:

1. Grobe mechanische Reinigung (Picken)

Zuerst muss der festsitzende Dreck (Erde, Fett, kleiner Stein) aus der Vertiefung entfernt werden.

  • Werkzeug: Eine stabile Nadel, eine Anreißnadel, ein kleiner Uhrmacherschraubendreher oder ein abgebrochener alter Inbusschlüssel, den man vorne scharf angeschliffen hat.
  • Vorgehen: Kratze die Ecken des Sechskants gründlich aus. Achte besonders auf die sechs Ecken, da sich dort der Dreck am hartnäckigsten festsetzt und das Werkzeug am meisten behindert.

2. Bürsten

Nachdem der grobe Dreck gelockert ist, hilft eine Bürste.

  • Werkzeug: Eine kleine Drahtbürste (Messing ist materialschonender als Stahl) oder eine alte, harte Zahnbürste.
  • Vorgehen: Kräftig über den Kopf bürsten, um die gelösten Partikel herauszufördern.

3. Ausblasen oder Aussaugen

  • Vorgehen: Nutze Druckluft (Kompressor oder Druckluftspray aus der Dose), um den restlichen Staub aus der Tiefe zu pusten. Wenn du in einer empfindlichen Umgebung arbeitest, hältst du stattdessen den Staubsauger direkt davor.

4. Chemische Reinigung (bei Fett und Öl)

Wenn die Schraube verölt oder verfettet ist, rutscht das Werkzeug trotz mechanischer Reinigung leicht ab.

  • Mittel: Bremsenreiniger oder Isopropanol.
  • Vorgehen: Sprühe einen Stoß Bremsenreiniger direkt in den Kopf. Der Reiniger löst das Fett und spült kleinste Partikel heraus. Trockne den Kopf danach mit einem Wattestäbchen oder einem Lappen ab.

5. Sonderfall: Farbe oder Lack

Oft sind Schrauben überlackiert. Hier greift der Inbus gar nicht.

  • Lösung: Nutze ein Cuttermesser, um den Rand des Sechskants freizuschneiden. Wenn möglich, kannst du mit einem passenden Heißluftfön den Lack leicht erwärmen, damit er weich wird und sich leichter herauskratzen lässt.

6. Der „Einschlag“-Trick (bei hartnäckigen Resten)

Wenn du den Kopf so gut wie möglich gereinigt hast, aber vermutest, dass noch Reste am Boden sind:

  1. Setze den Inbus-Schlüssel (oder Bit) an.
  2. Gib dem Werkzeug einen gezielten Schlag mit dem Hammer von oben.
  3. Dies bewirkt zwei Dinge: Das Werkzeug setzt sich bis zum Boden (verdrängt letzte Dreckreste) und durch den Schockimpuls löst sich oft bereits die Korrosion im Gewinde.

7. Profi-Tipp bei bereits leicht beschädigten Köpfen

Sollte der Kopf schon etwas „genudelt“ sein, hilft Ventileinschleifpaste oder eine spezielle Schraubengrip-Paste (z.B. „Schraubendoktor“). Ein Tropfen davon auf die Spitze des Werkzeugs erhöht die Reibung massiv und verhindert das Durchrutschen.

Wichtig: Benutze immer hochwertiges Werkzeug (Wera, Wiha, Hazet etc.). Billige Inbusschlüssel haben oft hohe Toleranzen und fördern das Ausleiern des Schraubenkopfes, selbst wenn dieser sauber ist.

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