Wie muss die Holzoberfläche vor dem Auftragen der Lasur vorbereitet werden?

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Eine gründliche Vorbereitung der Holzoberfläche ist entscheidend für das Endergebnis, die Haftung und die Haltbarkeit der Lasur. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie das Holz optimal vorbereiten:

1. Untergrund prüfen und reinigen

Bevor Sie beginnen, muss das Holz sauber, trocken und fettfrei sein.

  • Verschmutzungen: Entfernen Sie Staub, Spinnweben oder Moos mit einer Bürste. Hartnäckiger Schmutz kann mit Wasser und etwas Seife abgewaschen werden (danach gut trocknen lassen!).
  • Harz: Bei harzhaltigen Hölzern (z. B. Kiefer oder Lärche) müssen Harzgallen mit einem Spachtel ausgekratzt oder mit einer Universalverdünnung bzw. einem speziellen Harzlöser gereinigt werden.
  • Holzfeuchte: Das Holz sollte trocken sein (idealerweise unter 15–18 % Feuchtigkeit), da die Lasur sonst nicht tief genug eindringen kann.

2. Alte Anstriche behandeln

  • Tragfähige Altanstriche: Wenn die alte Lasur noch gut haftet und nur verblichen ist, reicht ein leichtes Anschleifen (siehe Schritt 3).
  • Nicht tragfähige Anstriche: Blättert die alte Farbe oder Lasur ab, muss sie komplett entfernt werden. Das geschieht entweder durch Abschleifen oder (bei Lacken) durch Abbeizen.
  • Vergrautes Holz: Graue Stellen (UV-Schäden) sollten bis auf das gesunde, helle Holz abgeschliffen oder mit einem "Holz-Entgrauer" vorbehandelt werden, da die Lasur sonst ungleichmäßig wird.

3. Schleifen (Der wichtigste Schritt)

Das Schleifen öffnet die Poren des Holzes, damit die Lasur aufgenommen werden kann.

  • Körnung: Beginnen Sie bei grobem Holz mit einer 80er-Körnung. Für den Feinschliff vor der Lasur empfiehlt sich eine 120er bis 150er Körnung. Zu fein (über 180) sollte man nicht schleifen, da die Poren sonst wieder „verdichtet“ werden und weniger Lasur einzieht.
  • Richtung: Immer in Richtung der Holzmaserung schleifen, um Kratzer quer zur Faser zu vermeiden, die nach dem Lasieren sichtbar wären.
  • Kanten: Runden Sie scharfe Kanten leicht ab („brechen“), da Lasuren an scharfen Kanten schlechter haften (Kantenflucht).

4. Entstauben

Nach dem Schleifen ist es essenziell, den Schleifstaub restlos zu entfernen.

  • Zuerst abfegen oder absaugen.
  • Dann mit einem leicht feuchten (nicht nassen!) Tuch oder einem Staubbindetuch nachwischen.

5. Reparaturen

Risse oder Löcher können Sie mit Holzkitt oder einer passenden Holzreparaturmasse füllen. Achten Sie darauf, dass die Masse überstreichbar und idealerweise im Farbton des Holzes gewählt ist.

6. Grundierung (je nach Bedarf)

  • Im Außenbereich: Nadelhölzer (Kiefer, Fichte) sind anfällig für Pilze und Fäulnis. Hier ist eine Bläueschutz-Grundierung zwingend erforderlich, bevor die eigentliche Lasur aufgetragen wird.
  • Im Innenbereich: Hier ist eine Grundierung meist nicht nötig, es sei denn, man möchte bei sehr saugfähigem Holz die Saugfähigkeit regulieren.
  • Inhaltsstoffreiche Hölzer: Bei Eiche oder Tropenhölzern kann ein spezieller Sperrgrund verhindern, dass Holzinhaltstoffe später den Anstrich verfärben.

Zusammenfassung der Checkliste:

  1. Reinigen (Fett, Schmutz, Harz weg).
  2. Schleifen (Körnung 120, immer mit der Maserung).
  3. Entstauben (gründlich!).
  4. Trockenheit prüfen (Holz darf nicht feucht sein).
  5. Grundieren (besonders im Außenbereich).

Sobald die Grundierung (falls nötig) getrocknet ist, können Sie mit dem ersten Lasurauftrag beginnen.