Wie lange muss Händedesinfektionsgel auf den Händen verbleiben, um eine vollständige Desinfektionswirkung zu erzielen?
Um eine vollständige Desinfektionswirkung bei einer hygienischen Händedesinfektion zu erzielen, gilt die Faustregel:
In der Regel 30 Sekunden.
Es gibt jedoch drei entscheidende Faktoren, die beachtet werden müssen, damit die Desinfektion auch wirklich funktioniert:
1. Die Hände müssen feucht bleiben
Das ist der wichtigste Punkt: Die Hände müssen über die gesamte Einwirkzeit (also die vollen 30 Sekunden) durchgehend feucht gehalten werden. Wenn das Gel vorher verdunstet oder eingezogen ist, war die Menge zu gering. In diesem Fall muss man sofort mehr Gel nehmen.
2. Die richtige Menge
Meistens benötigt man etwa 3 ml Desinfektionsmittel. Das entspricht in etwa einer hohlen Hand voll. Viele Menschen nutzen intuitiv zu wenig Gel (nur einen kleinen Tropfen), wodurch die Flächen nicht vollständig benetzt werden und das Mittel zu schnell trocknet.
3. Herstellerangaben beachten
Obwohl 30 Sekunden der Standard für die meisten Bakterien und behüllte Viren (wie Corona- oder Grippeviren) sind, gibt es Ausnahmen:
- Spezielle Erreger: Bei bestimmten unbehüllten Viren (z. B. Noroviren oder Rotaviren) oder Pilzen kann die benötigte Einwirkzeit länger sein (oft 60 Sekunden).
- Produktunterschiede: Schauen Sie kurz auf das Etikett. Dort steht die Einwirkzeit für verschiedene Wirkspektren (z. B. "begrenzt viruzid" oder "viruzid").
Die richtige Technik
Damit keine Lücken entstehen, sollte das Gel nach einem bestimmten Schema verrieben werden:
- Handfläche auf Handfläche.
- Handfläche auf Handrücken (beidseitig).
- Verschränkte Finger.
- Außenseite der Finger.
- Besonders wichtig: Die Daumen separat einreiben.
- Die Fingerkuppen und Nagelfalze in der Handfläche kreisen lassen.
Zusammenfassend: Nehmen Sie genug Gel, verreiben Sie es gründlich auf allen Stellen der Hand und stellen Sie sicher, dass die Haut 30 Sekunden lang nass bleibt. Danach sollten die Hände an der Luft trocknen – nicht abwischen oder trockenpusten!