Wie lässt sich eine unebene Oberflächenstruktur (Orangenhaut) durch die Malerrolle vermeiden?
Das Entstehen einer „Orangenhaut“ (eine leicht höckerige Struktur) beim Streichen lässt sich fast nie zu 100 % vermeiden, aber man kann sie so weit minimieren, dass die Oberfläche spiegelglatt wirkt.
Hier sind die wichtigsten Faktoren und Techniken, um eine glatte Oberfläche mit der Malerrolle zu erzielen:
1. Die Wahl der richtigen Rolle (Entscheidend!)
Die Struktur der Rolle bestimmt die Struktur an der Wand.
- Kurzflor-Rollen nutzen: Für glatte Oberflächen solltest du eine Rolle mit kurzem Flor (ca. 5 bis 10 mm) verwenden.
- Material: Hochwertige Mikrofaser-Rollen oder Rollen aus Polyamid eignen sich am besten, da sie die Farbe gleichmäßig abgeben und kaum Textur hinterlassen.
- Verzichte auf Schaumstoffrollen bei Wandfarbe: Schaumstoffrollen erzeugen oft kleine Luftbläschen, die beim Trocknen als Minikrater (Orangenhaut) stehen bleiben. Sie sind eher für Lacke gedacht.
2. Die richtige Farbkonsistenz
Wenn die Farbe zu dickflüssig (viskos) ist, kann sie nach dem Auftrag nicht „verlaufen“.
- Verdünnen: Gib ca. 5–10 % Wasser zur Farbe (bei Dispersionsfarben). Das verbessert den Verlauf, sodass sich die Rollspuren glätten, bevor die Farbe trocknet.
- Qualität: Billige Farben haben oft weniger Bindemittel und schlechtere Verlaufseigenschaften. Hochwertige Profi-Farben ziehen sich beim Trocknen glatter zusammen.
3. Die richtige Technik (Nass-in-Nass)
- Nicht zu viel Druck: Wenn du die Rolle fest an die Wand presst, quetschst du die Farbe an den Seiten der Rolle heraus, was Streifen und Struktur erzeugt. Die Rolle sollte fast „von selbst“ über die Wand gleiten.
- Verschlichten (Der wichtigste Schritt): Nachdem du ein Segment (ca. 1 Meter Breite) gestrichen hast, rollst du noch einmal ganz leicht und ohne neuen Farbauftrag senkrecht von oben nach unten über die Fläche. Das nennt man „Verschlichten“.
- Zügig arbeiten: Arbeite immer „Nass-in-Nass“. Wenn ein Bereich schon angetrocknet ist und du mit der Rolle erneut darübergehst, reißt du die Oberfläche auf und erzeugst eine starke Struktur.
4. Die Untergrundvorbehandlung
Ein saugender Untergrund entzieht der Farbe sofort das Wasser. Die Farbe „steht“ dann sofort und kann nicht mehr glatt verlaufen.
- Grundieren: Streiche die Wand vorher mit Tiefengrund. Das sorgt für ein gleichmäßiges Saugverhalten und gibt dir mehr Zeit, die Farbe glatt zu rollen.
- Schleifen: Wenn die Wand bereits eine alte Orangenhaut-Struktur hat, hilft nur Abschleifen, bevor du neu streichst.
5. Umgebungsbedingungen
- Temperatur: Es sollte nicht zu warm sein (ideal sind 18–20 Grad). Bei Hitze trocknet die Farbe zu schnell, was den Verlauf verhindert.
- Zugluft vermeiden: Schließe während des Streichens die Fenster. Erst wenn du fertig bist, solltest du lüften. Zu schnelle Trocknung durch Zugluft fördert die Struktur-Bildung.
Zusammenfassung für das perfekte Ergebnis:
- Wand mit Tiefengrund vorbereiten.
- Hochwertige Mikrofaser-Kurzflorrolle verwenden.
- Farbe mit 5 % Wasser verdünnen.
- Satt auftragen, wenig Druck ausüben und am Ende senkrecht verschlichten.
Profi-Tipp: Wenn es absolut glatt sein soll (wie gespritzt), kann man nach dem Rollen mit einer sehr feinen Schlichtbürste oder einem breiten Pinsel ganz leicht über die feuchte Farbe streichen, um die Rollstruktur aufzubrechen.