Wie funktioniert ein modernes Keg-Fass?

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Ein modernes Keg-Fass (aus dem Englischen „keg“ für „kleines Fass“) ist ein technisch ausgeklügeltes System, das dafür sorgt, dass Bier oder andere Getränke unter Luftabschluss gelagert und mit konstantem Druck gezapft werden können.

Hier ist die schrittweise Erklärung, wie es funktioniert:

1. Der Aufbau eines Kegs

Ein Keg besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

  • Der Korpus: Meist aus hochwertigem Edelstahl (manchmal auch Aluminium oder Kunststoff). Er ist extrem stabil, um dem Innendruck standzuhalten.
  • Das Steigrohr (Spear): Ein langes Rohr im Inneren, das fast bis zum Boden des Fasses reicht.
  • Das Fitting (Ventil): Der Verschluss oben am Fass. Er kombiniert den Einlass für Gas und den Auslass für das Getränk in einem einzigen Ventil.

2. Das Prinzip: Überdruck

Das wichtigste Prinzip beim Keg ist der Druckunterschied.

  • Im Fass herrscht ein gewisser Innendruck (durch das CO2 im Bier).
  • Beim Zapfen wird von außen zusätzliches Gas (meist CO2 oder Mischgas aus CO2 und Stickstoff) in das Fass gepresst.
  • Dieses Gas drückt von oben auf die Oberfläche des Bieres. Da die Flüssigkeit nicht entweichen kann, wird sie in die Öffnung des Steigrohrs am Boden des Fasses gedrückt und durch das Rohr nach oben zum Zapfhahn befördert.

3. Die Funktion des Zapfkopfs

Um ein Keg zu öffnen, benötigt man einen Zapfkopf, der passgenau auf das Fitting gesetzt wird. Wenn man den Hebel des Zapfkopfs herunterdrückt, passieren zwei Dinge gleichzeitig:

  1. Gaszufuhr: Ein Ventil öffnet sich, und das Treibgas strömt in den oberen Teil des Fasses (den Kopfraum).
  2. Getränkeauslass: Das Ventil zum Steigrohr wird geöffnet. Das Bier wird durch den Gasdruck nach oben aus dem Fass in die Bierleitung gepresst.

4. Die verschiedenen Fitting-Typen

Es gibt in Deutschland vier gängige Systeme, die sicherstellen, dass nicht jeder Zapfkopf auf jedes Fass passt (oft markenspezifisch):

  • Flachfitting (A-System): Der Zapfkopf wird seitlich aufgeschoben. (Sehr verbreitet, z. B. bei Warsteiner, Veltins).
  • Korbfitting (S-System): Der Zapfkopf wird aufgesetzt und mit einer Drehbewegung fixiert. (z. B. bei Beck’s, Paulaner).
  • Kombifitting (M-System): Ähnlich wie das Flachfitting, aber mit anderem Profil.
  • Koffifitting (D-System): Eine seltene Variante, ähnlich dem Korbfitting.

5. Warum Edelstahl-Kegs so erfolgreich sind

  • Hygiene: Da das System geschlossen ist, kommt das Bier nie mit Sauerstoff in Kontakt (Sauerstoff lässt Bier oxidieren und schlecht schmecken).
  • Haltbarkeit: In einem ungeöffneten Keg bleibt Bier viele Monate frisch.
  • Reinigung: Die glatten Innenwände aus Edelstahl lassen sich chemisch und thermisch perfekt reinigen, bevor das Fass neu befüllt wird.

Moderne Sonderform: „KeyKeg“ (Bag-in-Ball)

Eine moderne Variante für den Einweggebrauch oder empfindliche Getränke (wie Wein oder Craft Beer) ist das KeyKeg. Hier befindet sich das Getränk in einem mehrlagigen Aluminium-Kunststoff-Beutel im Inneren eines Kunststofffasses.

  • Der Clou: Das Treibgas (hier reicht sogar Druckluft) wird in den Raum zwischen Beutel und Außenhülle gepresst. Es drückt den Beutel zusammen und presst so das Getränk heraus.
  • Vorteil: Das Getränk kommt niemals mit dem Treibgas in Berührung. So wird verhindert, dass das Bier durch zu viel CO2-Druck überkarbonisiert (zu sprudelig wird).

Zusammenfassung

Ein modernes Keg ist ein Zwei-Wege-System: Gas rein (oben), Flüssigkeit raus (durch das Steigrohr von ganz unten). Der Zapfkopf fungiert dabei als Schlüssel, der beide Kanäle gleichzeitig öffnet.