Wie funktioniert das Bezahlen mit einer Guthabenkarte?
Das Bezahlen mit einer Guthabenkarte (oft auch Prepaid-Karte genannt) folgt dem einfachen Prinzip: „Erst bezahlen, dann verbrauchen.“ Im Gegensatz zu einer klassischen Kreditkarte gibst du nur das Geld aus, das du vorher auf die Karte geladen hast.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Erklärung, wie das funktioniert:
1. Die verschiedenen Arten von Guthabenkarten
Man unterscheidet grob zwei Varianten:
- Händlerspezifische Karten: Diese gelten nur für einen bestimmten Shop oder Dienst (z. B. Amazon, Netflix, App Store, PlayStation, Douglas oder IKEA).
- Universelle Prepaid-Kreditkarten: Das sind Karten von Anbietern wie Visa oder Mastercard. Diese kannst du fast überall dort einsetzen, wo man auch mit normalen Kreditkarten zahlt.
2. So funktioniert der Ablauf
Schritt 1: Erwerb der Karte
Du kaufst die Karte im Supermarkt, an der Tankstelle oder online. Beim Kauf an der Kasse wird die Karte aktiviert. Erst durch das Scannen an der Kasse bekommt der Code auf der Karte seinen Wert. Auf dem Kassenbon steht oft noch einmal die Bestätigung der Aktivierung.
Schritt 2: Den Code freilegen (bei Shop-Karten)
Auf der Rückseite der Karte befindet sich meist ein Rubbelfeld oder ein verdeckter Bereich. Diesen musst du freirubbeln, um den mehrstelligen Guthabencode (PIN) zu sehen.
Schritt 3: Das Einlösen
- Online-Shops: Du gehst in dein Benutzerkonto (z. B. bei Amazon oder im Play Store) unter den Punkt „Guthaben einlösen“ oder „Geschenkkarten“. Dort tippst du den Code ein. Der Betrag wird sofort deinem Konto gutgeschrieben. Beim nächsten Einkauf wird das Guthaben automatisch verrechnet.
- An der Ladenkasse: Du zeigst die Karte vor. Das Kassenpersonal scannt die Karte, und der Betrag wird direkt vom Guthaben abgezogen.
- Prepaid-Kreditkarten: Hier funktioniert es wie bei einer echten Kreditkarte. Du gibst beim Bezahlen die Kartennummer, das Ablaufdatum und die Prüfziffer (CVC) an. Der Händler prüft in Echtzeit, ob genug Guthaben auf der Karte ist, und bucht den Betrag ab.
3. Was passiert, wenn das Guthaben nicht reicht?
- Im Laden: Du kannst meist den Restbetrag einfach bar oder mit EC-Karte dazu bezahlen (Teilzahlung).
- Online: Oft musst du eine zweite Zahlungsmethode (z. B. PayPal oder Kreditkarte) hinterlegt haben, um den Differenzbetrag zu begleichen. Manche Shops erlauben es auch, mehrere Guthabenkarten nacheinander einzulösen.
4. Vorteile von Guthabenkarten
- Kostenkontrolle: Du kannst nicht mehr ausgeben, als du hast. Das ist ideal für Jugendliche oder zur Budgetplanung.
- Anonymität/Sicherheit: Du musst im Internet keine sensiblen Bankdaten oder Kreditkartennummern angeben.
- Kein Bankkonto nötig: Jeder kann eine Guthabenkarte kaufen, unabhängig von der Bonität (Schufa).
- Geschenkidee: Sie sind ein klassisches Last-Minute-Geschenk.
5. Nachteile
- Eingeschränkte Nutzung: Eine Händlerkarte ist an diesen einen Laden gebunden. Geht der Laden pleite, ist das Guthaben oft verloren.
- Gebühren: Bei universellen Prepaid-Kreditkarten fallen oft Jahresgebühren oder Gebühren für das Aufladen an.
- Verlust: Wenn du eine physische Karte verlierst, die noch nicht mit einem Online-Konto verknüpft ist, ist das Geld wie Bargeld weg.
Zusammenfassung
Das Bezahlen mit Guthabenkarten ist im Grunde ein Tauschgeschäft: Du tauschst Bargeld oder Buchgeld gegen einen digitalen Code, den du später wie Bargeld beim entsprechenden Händler einsetzen kannst.