Wie entstand die englische Bezeichnung „French Fries“?

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Die Bezeichnung „French Fries“ ist ein interessantes Beispiel für ein sprachliches Missverständnis und kulinarische Geschichte. Es gibt zwei Haupttheorien, warum die frittierten Kartoffelstäbchen im Englischen so genannt werden, obwohl ihr Ursprung höchstwahrscheinlich in Belgien liegt.

Hier sind die gängigsten Erklärungen:

1. Die Theorie des Ersten Weltkriegs (Das Missverständnis)

Dies ist die populärste Geschichte: Während des Ersten Weltkriegs waren amerikanische Soldaten in Belgien (genauer gesagt in der Wallonie, dem französischsprachigen Teil) stationiert. Dort bekamen sie die frittierten Kartoffeln serviert. Da die Amtssprache der belgischen Armee und die Regionalsprache Französisch war, glaubten die US-Soldaten, sie befänden sich in Frankreich, und nannten die Speise einfach „French Fries“.

2. Die sprachliche Theorie (Das „Frenching“)

Im Englischen gibt es das Verb „to french“. Das bezeichnet eine Küchentechnik, bei der Fleisch oder Gemüse in schmale, längliche Streifen geschnitten wird (ähnlich wie Julienne).

  • Demnach hießen sie ursprünglich „frenched fries“ (ge-fretchete Frittierte).
  • Im Laufe der Zeit wurde das „-ed“ am Ende weggelassen, und es blieb „French Fries“ übrig.

3. Thomas Jefferson und der französische Einfluss

Eine weitere Theorie besagt, dass der dritte US-Präsident Thomas Jefferson die Pommes in die USA brachte. Er war Ende des 18. Jahrhunderts Botschafter in Frankreich und servierte bei einem Abendessen im Weißen Haus im Jahr 1802 „potatoes served in the French manner“ (Kartoffeln auf französische Art). Das Rezept stammte von seinem französischen Koch. Dies könnte den Namen im amerikanischen Englisch etabliert haben.

Wer hat sie nun wirklich erfunden?

Obwohl der Name „French“ suggeriert, sie kämen aus Frankreich, beanspruchen die Belgier die Erfindung für sich.

  • Die belgische Legende: In der Region um die Maas (Meuse) war es im 17. Jahrhundert üblich, kleine Fische zu frittieren. Wenn im Winter die Flüsse zugefroren waren und man nicht fischen konnte, schnitten die Einwohner stattdessen Kartoffeln in Fischform und frittierten diese.
  • Die französische Sicht: Die Franzosen behaupten wiederum, die Pommes seien kurz vor der Französischen Revolution (ca. 1789) von Straßenverkäufern auf der Pont Neuf in Paris erfunden worden („Pommes Pont-Neuf“).

Fazit: Der Name „French Fries“ ist heute vor allem im amerikanischen Englisch Standard. In Großbritannien heißen sie meistens einfach „Chips“. Die Belgier hingegen legen großen Wert darauf, dass ihre „Frites“ nichts mit der Namensgebung der Amerikaner zu tun haben.