Wie beugt man Materialverformungen am Werkstück durch falsches Aufsetzen des Hammers vor?

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Um Materialverformungen (wie Dellen, Kratzer oder ungewollte Kaltverfestigung) durch falsches Aufsetzen des Hammers zu vermeiden, gibt es verschiedene handwerkliche Techniken und Hilfsmittel.

Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, unterteilt in Technik, Werkzeugwahl und Schutzmittel:

1. Die richtige Schlagtechnik (Das „Plane“ Aufsetzen)

Die häufigste Ursache für Verformungen ist das Verkanten. Wenn der Hammer nicht parallel zur Oberfläche auftrifft, gräbt sich die Kante der Hammerbahn ins Material.

  • Hammerbahn parallel halten: Achten Sie darauf, dass die Schlagfläche (Bahn) des Hammers beim Aufprall vollflächig und parallel auf dem Werkstück aufliegt.
  • Richtiger Griff: Den Hammerstiel am Ende fassen, nicht zu nah am Kopf. Das sorgt für eine kontrollierte, geführte Bewegung aus dem Handgelenk und Ellbogen, was ein gerades Auftreffen erleichtert.
  • Übungsschläge: Führen Sie den Schlag erst langsam aus, um den Winkel zu prüfen, bevor Sie mit voller Kraft arbeiten.

2. Wahl des richtigen Hammers

Nicht jeder Hammer ist für jedes Material geeignet.

  • Schonhämmer verwenden: Für empfindliche Oberflächen (Holz, Aluminium, lackierte Teile) sollten Sie Hämmer mit Köpfen aus Gummi, Kunststoff (Cellidor), Nylon oder Kupfer/Messing verwenden. Diese verformen sich eher selbst, als das Werkstück zu beschädigen.
  • Rückschlagfreie Hämmer (Tote-Gang-Hämmer): Diese sind mit Schrot gefüllt. Sie verhindern das Springen des Hammers, wodurch Zweitschläge („Tanzen“ auf der Oberfläche) und damit verbundene Macken vermieden werden.
  • Zustand der Hammerbahn: Prüfen Sie die Schlagfläche Ihres Schlosserhammers. Ist sie schartig oder verschmutzt, drücken sich diese Unebenheiten in das Werkstück. Die Bahn sollte glatt und leicht ballig (gewölbt) sein.

3. Verwendung von Zulagen (Zwischenstücken)

Dies ist die sicherste Methode, um das Werkstück direkt vor dem Metall-auf-Metall-Kontakt zu schützen.

  • Hartholz-Zulage: Ein Stück Restholz (Eiche oder Buche) wird auf die Stelle gelegt, die bearbeitet werden soll. Der Hammerschlag trifft das Holz, welches die Kraft verteilt und das Werkstück schont.
  • Metalleinlagen: Bei sehr festen Werkstücken können weichere Metallstreifen (z. B. Kupfer- oder Aluminiumblech) als Puffer dienen.
  • Schlagklotz: Im Möbelbau oder beim Verlegen von Parkett schützt ein Schlagklotz die Nut-Feder-Verbindungen.

4. Schutz des Werkstücks beim Einspannen

Oft entstehen Verformungen nicht nur durch den Schlag selbst, sondern durch den Gegendruck oder das Einspannen.

  • Schonbacken im Schraubstock: Verwenden Sie Backen aus Aluminium, Kunststoff oder Filz, damit die Riffelung des Schraubstocks keine Abdrücke hinterlässt.
  • Solide Unterlage: Das Werkstück muss fest aufliegen (z. B. auf einem Amboss oder einer Richtplatte). Wenn das Werkstück hohl liegt, federt es und verformt sich beim Schlag eher, als dass es sich geradestellt.

5. Den Fokuspunkt setzen

  • Zentrisches Treffen: Versuchen Sie, immer den Schwerpunkt des Werkstücks oder die beabsichtigte Stelle genau in der Mitte der Hammerbahn zu treffen.
  • Körner oder Durchschläge nutzen: Wenn Sie eine sehr kleine Fläche bearbeiten müssen, nutzen Sie einen Durchschlag (Austreiber). So können Sie die Kraft des Hammers präzise kanalisieren, ohne die Umgebung zu beschädigen.

Zusammenfassend: Die beste Vorbeugung ist die Kombination aus einem Schonhammer (oder einer Holz-Zulage) und einer kontrollierten Schwungführung, bei der die Hammerbahn absolut plan aufsetzt.

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