Wie beeinträchtigen Witterungseinflüsse wie Feuchtigkeit die Lesbarkeit einer Postkarte?

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Witterungseinflüsse, insbesondere Feuchtigkeit, sind die größten Feinde einer Postkarte auf ihrem Weg vom Absender zum Empfänger. Sie beeinflussen die Lesbarkeit auf mehreren Ebenen: durch chemische Reaktionen der Tinte, physikalische Veränderungen des Papiers und mechanische Abnutzung.

Hier sind die wichtigsten Faktoren im Detail:

1. Das „Verlaufen“ der Tinte (Kapillareffekt)

Die meisten herkömmlichen Schreibgeräte verwenden wasserlösliche Tinten (insbesondere Füllfederhalter, viele Filzstifte und Gelroller).

  • Was passiert: Wenn Wassertropfen auf die Schrift gelangen, lösen sich die Farbpigmente aus den Papierfasern. Durch die Kapillarwirkung des Papiers breitet sich die Flüssigkeit sternförmig aus.
  • Folge: Die Buchstaben werden unscharf, verwaschen oder verschwimmen zu unleserlichen blauen oder schwarzen Flecken. Besonders kritisch ist dies bei der Postleitzahl oder der Adresse, da Sortiermaschinen diese dann nicht mehr scannen können.

2. Aufquellen der Papierfasern

Postkarten bestehen aus Karton, einem Material aus verfilzten Zellulosefasern.

  • Was passiert: Feuchtigkeit (auch hohe Luftfeuchtigkeit) lässt die Fasern aufquellen. Das Papier verliert seine glatte Oberfläche und wird rau oder wellig.
  • Folge: Wenn die Oberfläche aufraut, verliert die Schrift an Kontrast. Zudem kann die Tinte tiefer in das Papier einsinken und auf der Rückseite „durchschlagen“, was die Lesbarkeit des Bildes oder des Textes auf der anderen Seite beeinträchtigt.

3. Ablösen von Beschichtungen

Viele Postkarten haben auf der Bildseite eine Hochglanz- oder UV-Lack-Beschichtung.

  • Was passiert: Bei extremer Nässe kann sich diese Schicht vom Papier lösen oder trübe werden (Milchigkeit).
  • Folge: Wenn diese Schichten auf die Textseite abfärben oder dort festkleben (wenn Stapel von nasser Post zusammenliegen), kann beim Voneinanderlösen der Karten die oberste Papierschicht mit dem geschriebenen Text abgerissen werden.

4. Verschmutzung durch den Transportweg

Feuchtigkeit wirkt oft wie ein „Kleber“ für Schmutz.

  • Was passiert: Eine feuchte Postkarte nimmt in den Sortieranlagen oder in der Tasche des Postboten viel leichter Staub, Abrieb von Sortiermaschinen oder Ruß auf.
  • Folge: Der Text wird durch einen Grauschleier überdeckt oder durch Schmutzflecken unleserlich gemacht.

5. Mechanische Instabilität

Nasses Papier hat eine deutlich geringere Reißfestigkeit.

  • Was passiert: Eine durchgefeuchtete Karte ist instabil. In den automatischen Sortieranlagen der Post, wo Karten mit hoher Geschwindigkeit bewegt werden, kann eine feuchte Karte leichter knicken, einreißen oder zerfleddern.
  • Folge: Wichtige Teile des Textes oder der Adresse können physisch verloren gehen.

Zusammenfassung: Welches Schreibgerät hält am besten?

Die Lesbarkeit hängt massiv davon ab, womit geschrieben wurde:

  • Füller/Tintenroller: Sehr anfällig, oft nach wenigen Tropfen unleserlich.
  • Kugelschreiber: Relativ resistent, da die Tinte auf Ölbasis beruht und wasserabweisend ist. Sie kann jedoch bei starker Nässe „schmieren“.
  • Bleistift: Erstaunlicherweise sehr witterungsbeständig. Graphit ist nicht wasserlöslich. Die Schrift bleibt lesbar, solange das Papier selbst intakt bleibt.
  • Wasserfeste Permanentmarker: Die beste Wahl für den Versand bei schlechtem Wetter.

Tipp für den Urlaub: Wer sichergehen will, dass seine Postkarten aus regnerischen Regionen ankommen, sollte einen klassischen Kugelschreiber oder einen dünnen Permanentmarker verwenden.

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