Kann sich unter der wasserdichten Wanne unbemerkt Feuchtigkeit oder Schimmel bilden?
Ja, das ist leider sehr gut möglich und sogar ein häufiges Problem bei Badezimmern, Waschküchen oder Kellern.
Das Tückische an einer „wasserdichten Wanne“ (egal ob es sich um eine Duschwanne, eine Badewanne oder eine Bodenabdichtung handelt) ist, dass sie das Wasser von oben abhält, aber gleichzeitig Feuchtigkeit, die einmal darunter gelangt ist, wie in einer Falle einschließt.
Hier sind die Hauptgründe, wie es dazu kommt und warum es oft unbemerkt bleibt:
1. Die häufigsten Ursachen
- Undichte Silikonfugen: Silikonfugen sind reine „Wartungsfugen“. Sie werden mit der Zeit spröde oder lösen sich minimal vom Rand ab. Wasser dringt beim Duschen oder Putzen in kleinsten Mengen ein.
- Kapillarwirkung: Durch winzige Risse in den Fliesen oder im Fugenmörtel um die Wanne herum kann Feuchtigkeit unter die Wanne „gesogen“ werden.
- Defekte Abflussleitungen: Ein kleiner Haarriss im Siphon oder an der Manschette des Abflusses führt dazu, dass bei jedem Benutzen ein paar Tropfen Wasser unter die Wanne fließen.
- Kondenswasser: Wenn die Wanne schlecht isoliert ist und warmes Wasser hineinfließt, kann sich an der kalten Unterseite der Wanne Kondensfeuchtigkeit bilden (ähnlich wie an einer kalten Getränkedose im Sommer).
- Fehlende Verbundabdichtung: Wenn unter den Fliesen keine professionelle Abdichtungsschicht (die sogenannte „Elefantenhaut“) aufgetragen wurde, zieht Feuchtigkeit direkt in den Estrich oder die Bausubstanz.
2. Warum bleibt es unbemerkt?
Da die Wanne selbst wasserdicht ist, bemerkt man den Schaden oft erst Monate oder Jahre später, wenn die Feuchtigkeit bereits einen Weg nach draußen gesucht hat. Da unter der Wanne kaum Luft zirkuliert, kann eingedrungene Feuchtigkeit nicht verdunsten. Es entsteht ein feuchtwarmes Biotop – ideal für Schimmelpilze.
3. Warnsignale für Feuchtigkeit unter der Wanne
- Muffiger, erdiger Geruch: Ein typisches Zeichen für versteckten Schimmel.
- Silberfischchen: Diese Insekten lieben extreme Feuchtigkeit. Wenn sie vermehrt im Bad auftreten, deutet das oft auf einen Feuchtigkeitsschaden hin.
- Feuchte Stellen an angrenzenden Wänden: Oft zeigt sich der Schaden zuerst im Nachbarzimmer (z. B. abblätternde Farbe oder Stockflecken an der Rückseite der Badezimmerwand).
- Dunkle Verfärbungen der Fugen: Wenn die Fugen rund um die Wanne dauerhaft dunkel bleiben oder schwarz werden, ist das Material dahinter oft schon gesättigt.
4. Wie kann man es verhindern?
- Regelmäßige Kontrolle der Silikonfugen: Alle 2–3 Jahre (je nach Beanspruchung) sollten diese geprüft und bei Rissen erneuert werden.
- Revisionsöffnung: Moderne Wannen haben oft keine sichtbare Klappe mehr. Es ist jedoch ratsam, eine Revisionsöffnung (z. B. eine magnetische Fliese) zu haben, um den Bereich unter dem Abfluss prüfen zu können.
- Wannendichtbänder: Bei einer Neuinstallation sollten spezielle Dichtbänder (z. B. von Firmen wie MEPA oder Illbruck) verwendet werden, die eine elastische Verbindung zwischen Wannenrand und Wandabdichtung herstellen.
- Leckage-Sensoren: Es gibt kleine, flache Funk-Wassermelder, die man unter die Wanne legen kann. Sie schlagen Alarm, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen.
Fazit: Wenn Sie den Verdacht haben, dass es unter der Wanne feucht ist (z. B. durch Geruch), sollten Sie nicht warten. Ein Fachmann kann mittels einer Endoskop-Kamera durch eine kleine Öffnung oder den Abfluss unter die Wanne schauen, ohne alles abreißen zu müssen.