Welche Wirkstoffe sind typischerweise in pflanzlichen Hustensäften enthalten?
Pflanzliche Hustensäfte werden je nach Art des Hustens (trockener Reizhusten oder verschleimter Husten) eingesetzt. Die enthaltenen Wirkstoffe lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Schleimlöser (Expektoranzien) und Hustenreizstiller (Antitussiva).
Hier sind die typischsten Wirkstoffe:
1. Bei verschleimtem Husten (Schleimlöser & Entkrampfer)
Diese Wirkstoffe helfen dabei, den fest sitzenden Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu erleichtern.
- Efeu (Hedera helix): Efeu-Extrakt ist einer der am häufigsten verwendeten Wirkstoffe. Er wirkt schleimlösend, entkrampft die Bronchien (bronchospasmolytisch) und erleichtert das Durchatmen.
- Thymian (Thymus vulgaris): Thymian wirkt stark desinfizierend, antibakteriell und krampflösend. Er wird oft in Kombination mit anderen Kräutern eingesetzt.
- Schlüsselblume (Primula veris): Die Wurzeln der Schlüsselblume enthalten Saponine, die den Schleim verflüssigen. Sie wird häufig mit Thymian kombiniert (z. B. in Bronchipret).
- Anis und Fenchel: Diese enthalten ätherische Öle, die den Auswurf fördern und leicht krampflösend wirken.
2. Bei trockenem Reizhusten (Reizlinderer)
Diese Pflanzen enthalten sogenannte Schleimstoffe. Diese legen sich wie ein Schutzfilm über die gereizten Schleimhäute in Hals und Rachen und lindern so den Hustenreiz.
- Eibischwurzel (Althaea officinalis): Ein Klassiker bei Reizhusten. Die enthaltenen Schleimstoffe bilden eine mechanische Schutzschicht.
- Spitzwegerich (Plantago lanceolata): Er wirkt nicht nur reizlindernd, sondern auch leicht antibakteriell und entzündungshemmend.
- Isländisch Moos (Cetraria islandica): Es wird oft bei Heiserkeit und trockenem Husten eingesetzt, da es die Schleimhäute stark befeuchtet.
- Malve (Malva sylvestris): Ähnlich wie Eibisch enthält sie viele lindernde Schleimstoffe.
3. Weitere häufige Bestandteile
In vielen pflanzlichen Hustensäften finden sich zudem unterstützende Stoffe:
- Honig: Wirkt natürlich antibakteriell und legt sich beruhigend auf den Rachen.
- Süßholzwurzel: Wirkt entzündungshemmend und geschmacksverbessernd.
- Eukalyptusöl / Menthol: Helfen dabei, die Atemwege gefühlt "freizumachen" (oft in Säften für Erwachsene).
Wichtige Hinweise zur Anwendung:
- Trennung der Wirkstoffe: Man sollte Schleimlöser (Efeu, Thymian) eher tagsüber einnehmen, um den Schleim abzuhusten. Reizstiller (Eibisch, Isländisch Moos) sind ideal für den Abend, um ruhig schlafen zu können.
- Alkoholgehalt: Viele pflanzliche Auszüge werden mit Ethanol (Alkohol) hergestellt. Für Kinder oder alkoholsensible Personen gibt es jedoch meist alkoholfreie Alternativen auf Glycerin- oder Zuckerbasis.
- Zucker: Viele Säfte enthalten viel Zucker oder Honig zur Konservierung und Geschmacksverbesserung. Für Diabetiker gibt es zuckerfreie Varianten.
Hinweis: Wenn der Husten länger als eine Woche anhält, mit hohem Fieber, Atemnot oder gelblich-grünem Auswurf einhergeht, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.