Welche verschiedenen Sorten von Speiselinsen gibt es?
Speiselinsen sind äußerst vielseitig und unterscheiden sich in Geschmack, Textur und Kochzeit. Man kann sie grob in Kategorien einteilen, je nachdem, ob sie geschält oder ungeschält sind und welche Farbe sie haben.
Hier sind die wichtigsten Sorten im Überblick:
1. Braune Linsen / Tellerlinsen
Dies ist die bei uns am weitesten verbreitete Sorte.
- Aussehen: Relativ groß, flach und bräunlich-grün.
- Eigenschaften: Sie werden beim Kochen weich und sämig, behalten aber meist ihre Form, wenn man sie nicht zu lange kocht.
- Verwendung: Klassische deutsche Linseneintöpfe mit Speck und Würstchen oder vegetarische Eintöpfe.
- Einweichen: Empfohlen (ca. 1-2 Stunden), um die Kochzeit zu verkürzen.
2. Berglinsen
Berglinsen sind etwas kleiner als Tellerlinsen und wachsen, wie der Name sagt, in höheren Lagen.
- Aussehen: Kleiner als Tellerlinsen, Farbe variiert von hellbraun bis rötlich-braun.
- Eigenschaften: Sie sind aromatischer und bleiben nach dem Kochen bissfest (kernig).
- Verwendung: Salate, Bratlinge oder als Beilage.
3. Rote Linsen
Diese Linsen sind eigentlich braune oder violette Linsen, die bereits geschält wurden.
- Aussehen: Leuchtend orange bis rot.
- Eigenschaften: Da die Schale fehlt, zerfallen sie beim Kochen sehr schnell zu einem Brei. Sie haben eine kurze Kochzeit (ca. 10–15 Minuten).
- Verwendung: Indisches Dal, Suppen, Aufstriche und Pürees. Sie nehmen Gewürze sehr gut auf.
4. Gelbe Linsen
Ähnlich wie die roten Linsen sind auch diese bereits geschält.
- Aussehen: Gelb, oft halbiert.
- Eigenschaften: Kurze Kochzeit, werden beim Kochen weich und mehlig.
- Verwendung: Ebenfalls ideal für Dals, sämige Suppen und Pürees.
5. Beluga-Linsen (Die „Kaviar-Linsen“)
Sie gelten als die edelsten unter den Linsen.
- Aussehen: Ganz klein, tiefschwarz und glänzend.
- Eigenschaften: Sie behalten beim Kochen ihre Form und haben ein feines, fast nussiges Aroma.
- Verwendung: Gourmet-Salate, als edle Beilage zu Fisch oder Fleisch oder als optisches Highlight in Bowls.
6. Puy-Linsen (Französische grüne Linsen)
Das Original stammt aus der französischen Region Auvergne (geschützte Herkunftsbezeichnung „Lentille Verte du Puy“).
- Aussehen: Klein, grün-blau marmoriert.
- Eigenschaften: Sehr bissfest, mineralisch und leicht pfeffrig im Geschmack. Sie wachsen auf vulkanischem Boden.
- Verwendung: Gehobene Küche, Salate, Beilage zu edlem Gemüse.
7. Pardina-Linsen
Eine traditionelle Sorte, die viel in Spanien (León) angebaut wird, aber auch in Deutschland immer beliebter wird.
- Aussehen: Klein, graubraun mit leicht rötlichem Schimmer.
- Eigenschaften: Sie bleiben beim Kochen ganz, sind aber im Inneren schön weich.
- Verwendung: Spanische Eintöpfe, Salate oder Pfannengerichte.
8. Alb-Leisa (Linsen von der Schwäbischen Alb)
Eine regionale Spezialität aus Deutschland. Es handelt sich meist um alte Sorten („Späths Alblinsen“), die fast ausgestorben waren.
- Aussehen: Meist klein und grün marmoriert.
- Eigenschaften: Sehr geschmacksintensiv und nussig.
- Verwendung: Das Nationalgericht „Linsen mit Spätzle“.
Wichtige Tipps zur Zubereitung:
- Salz: Lange hielt sich der Mythos, man dürfe Linsen erst nach dem Kochen salzen, weil sie sonst nicht weich werden. Das stimmt so nicht ganz – Salz im Wasser verlängert die Kochzeit nur minimal, sorgt aber dafür, dass die Linsen nicht so leicht aufplatzen und aromatischer schmecken. Säure (Essig oder Zitrone) hingegen sollte man erst ganz am Ende hinzufügen, da sie das Weichwerden tatsächlich verzögert.
- Verdaulichkeit: Wer Linsen schlecht verträgt, kann Kümmel, Fenchel oder Anis mitkochen. Auch das Einweichen und Wegschütten des Einweichwassers hilft gegen Blähungen.
- Lagerung: Trockene Linsen halten sich fast unbegrenzt, verlieren aber nach über einem Jahr an Feuchtigkeit und brauchen dann länger zum Kochen.