Welche verschiedenen Konsistenzbereiche gibt es bei Fertigbeton?

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Bei Fertigbeton wird die Konsistenz (also die Verarbeitbarkeit bzw. „Flüssigkeit“ des Frischbetons) nach der europäischen Norm DIN EN 206-1 in Verbindung mit der deutschen Anwendungsnorm DIN 1045-2 eingeteilt.

Es gibt verschiedene Methoden, die Konsistenz zu messen. Am gebräuchlichsten sind in Deutschland die Einteilung nach dem Ausbreitmaß (F-Klassen) und dem Verdichtungsmaß (C-Klassen).

Hier sind die verschiedenen Bereiche im Detail:

1. Einteilung nach dem Ausbreitmaß (F-Klassen)

Dies ist die am häufigsten verwendete Skala für Transportbeton auf Baustellen. Dabei wird eine Betonprobe auf einem Rütteltisch ausgebreitet und der Durchmesser des Kuchens gemessen.

Konsistenzklasse Bezeichnung Ausbreitmaß (mm) Typische Verwendung
F1 steif $\le 340$ Unbewehrte Bauteile, Bordsteine, Fundamente im Gartenbau
F2 plastisch $350 - 410$ Einfache Fundamente, Bodenplatten (selten)
F3 weich $420 - 480$ Standardklasse für den Hochbau (Wände, Decken, Stützen)
F4 sehr weich $490 - 550$ Eng bewehrte Bauteile, Pumpbeton
F5 fließfähig $560 - 620$ Sehr eng bewehrte Bauteile, Sichtbeton
F6 sehr fließfähig $630 - 700$ Spezialanwendungen, fast selbstverdichtend

2. Einteilung nach dem Verdichtungsmaß (C-Klassen)

Diese Methode misst, wie stark sich locker eingefüllter Beton in einem Behälter unter Vibration zusammenziehen lässt.

  • C0 (sehr steif): $\ge 1,46$
  • C1 (steif): $1,45 - 1,26$
  • C2 (plastisch): $1,25 - 1,11$
  • C3 (weich): $1,10 - 1,04$
  • C4 (sehr weich): nur für spezielle Anwendungen definiert.

3. Einteilung nach dem Setzmaß (S-Klassen)

Das Setzmaß (Slump-Test) wird vor allem im angelsächsischen Raum oder bei speziellen Betonsorten angewendet. Dabei wird gemessen, wie weit ein Betonkonus nach dem Abziehen der Form in sich zusammensackt.

  • S1 (steif): 10 bis 40 mm
  • S2 (plastisch): 50 bis 90 mm
  • S3 (weich): 100 bis 150 mm
  • S4 (sehr weich): 160 bis 210 mm
  • S5 (fließfähig): $\ge 220$ mm

4. Besonderheit: Selbstverdichtender Beton (SVB)

Jenseits der F6-Klasse gibt es den selbstverdichtenden Beton. Dieser ist so flüssig, dass er ohne Rütteln allein durch die Schwerkraft entlüftet und jede Ecke der Schalung ausfüllt. Hier wird das Setzfließmaß (SF-Klassen) gemessen (Werte oft über 700 mm).

Zusammenfassung für die Praxis

  • In der Regel bestellen Bauherren für normale Decken oder Wände die Konsistenz F3.
  • Wenn der Beton über weite Strecken oder in enge Schalungen gepumpt werden muss, greift man zu F4.
  • Wichtig: Die Konsistenz wird heute meist durch Zusatzmittel (Fließmittel) eingestellt und nicht durch die bloße Zugabe von Wasser, da zu viel Wasser die Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Betons verschlechtert (W/Z-Wert).