Welche verschiedenen Arten von Halstabletten gibt es auf dem Markt?

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Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl an Halstabletten, die sich vor allem durch ihre Wirkstoffe und ihre beabsichtigte Wirkung unterscheiden. Man kann sie grob in fünf Kategorien einteilen:

1. Lokalbetäubende Halstabletten (Lokalanästhetika)

Diese Tabletten zielen darauf ab, den Schmerz schnell zu betäuben. Sie sind ideal bei starken Schluckbeschwerden.

  • Wirkstoffe: Lidocain, Benzocain oder Ambroxol (letzteres wirkt sowohl schmerzlindernd als auch leicht entzündungshemmend).
  • Wirkung: Sie betäuben die Nervenenden in der Schleimhaut lokal, sodass der Schmerz vorübergehend nicht mehr wahrgenommen wird.
  • Beispiele: Lemocin, Mucoangin, Dorithricin (enthält zusätzlich ein lokales Antibiotikum).

2. Entzündungshemmende Halstabletten (NSAR)

Diese kommen zum Einsatz, wenn die Halsschmerzen mit einer starken Entzündung und Schwellung einhergehen.

  • Wirkstoffe: Flurbiprofen.
  • Wirkung: Sie gehören zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (wie Ibuprofen). Sie bekämpfen die Entzündung direkt im Gewebe und wirken langanhaltend (bis zu 6 Stunden) gegen Schmerzen.
  • Beispiel: Dobendan Direkt.

3. Desinfizierende Halstabletten (Antiseptika)

Diese Tabletten sollen die Keimzahl im Mund- und Rachenraum reduzieren.

  • Wirkstoffe: Benzalkoniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid oder Dequaliniumchlorid.
  • Wirkung: Sie wirken gegen Bakterien und teilweise gegen Viren oder Pilze. Da die meisten Halsschmerzen jedoch durch Viren verursacht werden, die tief im Gewebe sitzen, ist der Nutzen rein oberflächlich wirkender Antiseptika unter Experten teils umstritten.
  • Beispiele: Neo-Angin, Dobendan (klassisch).

4. Befeuchtende und schleimhautschützende Präparate

Diese Tabletten enthalten oft keine klassischen "Arzneistoffe", sondern physikalisch wirkende Substanzen. Sie sind besonders gut bei trockenem Hals, Reizhusten oder Heiserkeit.

  • Wirkstoffe: Isländisch Moos, Hyaluronsäure, Kochsalz (Emser Salz) oder Ectoin.
  • Wirkung: Sie bilden einen Schutzfilm (Hydrogel-Komplex) über der gereizten Schleimhaut. Dies hält die Schleimhaut feucht und schützt sie vor weiteren Reizen.
  • Beispiele: GeloRevoice, Isla Moos, Emser Pastillen.

5. Pflanzliche und homöopathische Halstabletten

Viele Menschen greifen bei leichten Beschwerden zu natürlichen Alternativen.

  • Inhaltsstoffe: Salbei, Primelwurzel, Thymian oder Eukalyptus.
  • Wirkung: Salbei wirkt beispielsweise leicht desinfizierend und zusammenziehend (adstringierend). Diese Tabletten fördern zudem den Speichelfluss, was die Heilung unterstützt.
  • Beispiele: Salbei-Bonbons (z.B. von Ricola oder Klosterfrau), Meditonsin (homöopathisch).

Worauf sollte man beim Kauf achten?

  1. Zuckerfrei: Für Diabetiker und zur Zahnschonung sind zuckerfreie Varianten (meist mit Isomalt oder Xylit gesüßt) vorzuziehen.
  2. Kombinationspräparate: Viele bekannte Marken mischen Wirkstoffe (z.B. ein Antiseptikum mit einem Lokalanästhetikum).
  3. Antibiotika: Es gibt Halstabletten mit Tyrothricin (einem lokal wirkenden Antibiotikum). Diese sind nur bei bakteriellen Infektionen sinnvoll und sollten nicht wahllos eingenommen werden.
  4. Alter: Einige Wirkstoffe (wie Flurbiprofen oder bestimmte Betäubungsmittel) sind für Kinder erst ab einem gewissen Alter zugelassen.

Wichtiger Hinweis: Wenn die Halsschmerzen länger als 3-4 Tage anhalten, hohes Fieber dazukommt oder die Lymphknoten stark geschwollen sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine eitrige Mandelentzündung (Angina) auszuschließen.

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