Welche verschiedenen Arten von Fieberthermometern gibt es?
Es gibt heute eine Vielzahl von Fieberthermometern, die sich in ihrer Messtechnik, Schnelligkeit und Anwendung unterscheiden. Hier sind die gängigsten Arten im Überblick:
1. Digitales Kontaktthermometer (Maximalthermometer)
Dies ist der am weitesten verbreitete Typ. Es misst die Temperatur mithilfe eines Sensors an der Spitze.
- Anwendung: Meistens rektal (im After), oral (im Mund) oder axillar (unter der Achsel).
- Vorteile: Sehr günstig, präzise (besonders bei rektaler Messung), robust und leicht zu reinigen.
- Nachteile: Die Messung dauert meist 10 bis 60 Sekunden. Unter der Achsel ist es oft ungenau.
2. Infrarot-Ohrthermometer
Diese Thermometer messen die Wärmeabstrahlung des Trommelfells.
- Anwendung: Die Spitze wird vorsichtig in den Gehörgang eingeführt.
- Vorteile: Sehr schnelle Messung (Sekundenschnelle), angenehm für Kinder, da sie nicht entkleidet werden müssen.
- Nachteile: Bei falschem Winkel oder viel Ohrenschmalz kann das Ergebnis verfälscht werden. Für Säuglinge unter 6 Monaten oft ungeeignet, da der Gehörgang noch zu eng ist.
3. Infrarot-Stirnthermometer (Schläfenthermometer)
Diese messen die Infrarotstrahlung an der Schläfe oder der Stirn.
- Anwendung: Entweder durch sanftes Auflegen oder kontaktlos in kurzem Abstand vor der Stirn.
- Vorteile: Extrem hygienisch (da kein Kontakt nötig), ideal für schlafende Kinder oder Messungen bei vielen Personen hintereinander.
- Nachteile: Anfällig für äußere Einflüsse (Raumtemperatur, Schweiß auf der Stirn). Meist etwas ungenauer als die rektale Messung.
4. Glasthermometer (Analog)
Früher enthielten diese giftiges Quecksilber. Moderne Glasthermometer nutzen eine ungiftige Galinstan-Füllung (eine Legierung aus Gallium, Indium und Zinn).
- Anwendung: Wie das digitale Kontaktthermometer (rektal, oral, axillar).
- Vorteile: Lebenslang haltbar (keine Batterie nötig), sehr präzise, gut zu desinfizieren (auch für Allergiker geeignet).
- Nachteile: Bruchgefahr, lange Messdauer (bis zu 4–5 Minuten), das "Herunterschütteln" der Flüssigkeit erfordert etwas Kraft/Geschick.
5. Schnullerthermometer
Ein digitales Thermometer, das in einen Beruhigungssauger integriert ist.
- Anwendung: Das Baby nuckelt am Schnuller.
- Vorteile: Stressfrei für das Kind.
- Nachteile: Eher ungenau, da nur die Temperatur im vorderen Mundbereich gemessen wird. Wenn das Kind durch den Mund atmet, ist das Ergebnis verfälscht.
6. Temperaturstreifen (Indikatorstreifen)
Dies sind Streifen, die man auf die Stirn legt und die durch Verfärbung die Temperatur anzeigen.
- Anwendung: Auf die Stirn drücken.
- Vorteile: Billig und handlich für unterwegs.
- Nachteile: Sehr ungenau. Sie dienen nur als grober Anhaltspunkt („Fieber ja/nein“), liefern aber keinen exakten Wert.
Welches Thermometer für wen?
- Babys und Kleinkinder: Die rektale Messung mit einem digitalen Thermometer (mit flexibler Spitze) gilt nach wie vor als der „Goldstandard“, da sie die präziseste Kerntemperatur liefert. Ohr- oder Stirnthermometer sind gut für eine schnelle Kontrollmessung zwischendurch.
- Erwachsene: Hier sind Ohrthermometer oder die orale Messung mit einem digitalen Thermometer am komfortabelsten.
- Hygiene-Fans: Kontaktlose Infrarot-Thermometer sind hier die beste Wahl.
Wichtiger Hinweis: Quecksilberthermometer dürfen in der EU bereits seit 2009 nicht mehr verkauft werden. Sollten Sie noch ein altes Modell zu Hause haben, entsorgen Sie es bitte vorsichtig über eine Schadstoffsammelstelle, falls es zerbricht.