Welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Saugerformen aus Silikon oder Latex?

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Bei der Wahl des richtigen Schnullers oder Flaschensaugers stehen Eltern meist vor zwei großen Entscheidungen: Welches Material? und Welche Form?

Hier ist ein detaillierter Vergleich der Unterschiede:


1. Der Materialvergleich: Silikon vs. Latex

Latex (Naturkautschuk)

Latex ist ein Naturprodukt, das aus der Milch des Gummibaums gewonnen wird. Man erkennt es an der honiggelben bis bräunlichen Farbe.

  • Vorteile:
    • Sehr weich und flexibel: Es fühlt sich natürlicher an und ist extrem reiß- und bissfest.
    • Ideal für zahnende Kinder: Da es so widerstandsfähig ist, ist es sicherer, wenn das Kind darauf herumbeißt.
    • Umwelt: Da es ein Naturprodukt ist, ist es ökologisch unbedenklicher.
  • Nachteile:
    • Eigengeschmack: Es hat einen leichten Gummigeschmack, den manche Babys ablehnen.
    • Alterung: Latex wird mit der Zeit porös und klebrig (durch Licht und häufiges Auskochen). Er muss ca. alle 4–6 Wochen ersetzt werden.
    • Allergiepotenzial: In seltenen Fällen können Latexallergien auftreten.

Silikon

Silikon ist ein transparenter, industriell hergestellter Kunststoff.

  • Vorteile:
    • Geschmacks- und geruchsneutral: Wird von den meisten Babys sofort akzeptiert.
    • Hitzebeständig: Es hält sehr hohen Temperaturen stand und verändert sich beim Auskochen oder Sterilisieren nicht.
    • Hygienisch: Die Oberfläche ist glatt und weniger anfällig für Keime.
  • Nachteile:
    • Empfindlich gegen Bisse: Silikon ist weniger elastisch als Latex. Wenn das Baby Zähne hat und darauf beißt, können kleine Risse entstehen.
    • Sicherheitsrisiko: Sobald ein Silikonsauger Bissspuren oder Risse hat, muss er sofort entsorgt werden, da Teile abgerissen und verschluckt werden könnten.

2. Die verschiedenen Saugerformen

Man unterscheidet im Wesentlichen drei Formen:

A. Die Kirschform (Rundform)

Diese Form ist dem mütterlichen Nippel beim Stillen nachempfunden.

  • Besonderheit: Der Sauger ist rund und am Ende dick.
  • Vorteil: Soll die "Saugverwirrung" bei Stillbabys vermeiden, da die Zungenbewegung ähnlich wie an der Brust ist.
  • Nachteil: Da der Schaft meist dicker ist, nimmt er viel Platz im Mund ein, was bei dauerhafter Nutzung zu Kieferfehlstellungen (z. B. offenem Biss) führen kann.

B. Die anatomische (kiefergerechte) Form

Diese Form ist oben gewölbt und unten flach.

  • Besonderheit: Sie passt sich dem Gaumen an, während die flache Unterseite der Zunge Platz lässt.
  • Vorteil: Gilt als kieferfreundlich, da sie den Druck auf den Kiefer und die Zähne minimiert.
  • Nachteil: Der Schnuller muss immer "richtig herum" im Mund liegen. Wenn das Baby ihn selbst dreht, kann die Wirkung ins Gegenteil umschlagen.

C. Die symmetrische Form (Tropfenform)

Diese Form ist oben und unten identisch flach.

  • Besonderheit: Es gibt kein "Oben" oder "Unten".
  • Vorteil: Der Schnuller liegt immer richtig im Mund, auch wenn das Baby ihn selbst dreht. Viele Zahnärzte empfehlen heute sehr flache, symmetrische Sauger, um den Druck auf den Kiefer so gering wie möglich zu halten.

Zusammenfassung & Empfehlung

Merkmal Silikon Latex
Haltbarkeit Hält Hitze gut aus, altert kaum Wird mit der Zeit klebrig/porös
Widerstand Reißt leicht bei Bissspuren Sehr bissfest
Hygiene Sehr einfach zu reinigen Nimmt Gerüche schneller an
Empfehlung Für Neugeborene (bevor Zähne kommen) Für Kinder mit Zähnen

Welche Form ist die beste? Zahnärzte raten meist zu kiefergerechten oder sehr flachen symmetrischen Formen mit einem möglichst dünnen Schaft, um das Risiko für Zahnfehlstellungen zu minimieren.

Wichtigster Tipp: Am Ende entscheidet oft das Baby. Viele Eltern kaufen verschiedene Modelle, bis sie das finden, das das Kind annimmt. Sobald das Baby Zähne hat, ist bei Silikon jedoch erhöhte Vorsicht (tägliche Kontrolle auf Risse) geboten.