Welche Speisen lassen sich besonders gut mit Rotwein kombinieren?

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Rotwein ist ein hervorragender Begleiter zu vielen Speisen, da seine Gerbstoffe (Tannine), die Säure und die Fruchtaromen die Geschmacksstoffe im Essen unterstreichen oder kontrastieren können.

Hier sind die besten Kombinationen, unterteilt nach Lebensmittelkategorien:

1. Fleisch (Der Klassiker)

Rotwein und dunkles Fleisch sind das Standard-Paar, da die Proteine im Fleisch die Tannine des Weins abmildern.

  • Rind (Steak, Roastbeef): Kräftige Weine wie Cabernet Sauvignon, Malbec oder Syrah.
  • Wild (Hirsch, Reh, Wildschwein): Diese intensiven Fleischsorten brauchen charaktervolle Weine wie Spätburgunder (Pinot Noir), Barolo oder einen gereiften Bordeaux.
  • Lamm: Passt hervorragend zu Rioja (Tempranillo) oder Weinen von der Rhône.
  • Schmorgerichte (Gulasch, Rouladen): Hier eignen sich Weine, die selbst eine gewisse Dichte haben, wie Merlot oder Primitivo.

2. Käse

Entgegen der landläufigen Meinung passt nicht jeder Käse zu Rotwein. Am besten harmonieren:

  • Hartkäse: Alter Parmesan, Manchego, Pecorino oder kräftiger Bergkäse passen wunderbar zu tanninreichen Weinen wie Chianti oder Nebbiolo.
  • Blauschimmelkäse: Ein salziger Roquefort oder Gorgonzola bildet einen spannenden Kontrast zu süßem Rotwein wie Portwein oder Banyuls.
  • Hinweis: Bei Weichkäse (Brie, Camembert) ist oft ein Weißwein die bessere Wahl, da die Rinde mit dem Rotwein einen metallischen Geschmack erzeugen kann.

3. Italienische Küche & Pasta

  • Tomatensaucen (Bolognese, Lasagne): Die Säure der Tomaten verlangt nach einem Wein mit ebenfalls guter Säure, z. B. Sangiovese (Chianti) oder Barbera.
  • Pizza: Ein unkomplizierter Montepulciano d’Abruzzo oder ein fruchtiger Primitivo sind hier ideal.

4. Vegetarische Gerichte

Rotwein kann auch wunderbar ohne Fleisch funktionieren:

  • Pilze: Pilze haben viel „Umami“. Ein erdiger Spätburgunder (Pinot Noir) ist hier die perfekte Ergänzung.
  • Gegrilltes Gemüse: Paprika, Auberginen und Zucchini harmonieren mit einem würzigen Grenache oder Syrah.
  • Hülsenfrüchte: Linseneintöpfe oder Bohnengerichte passen gut zu einem eher weichen Merlot.

5. Schokolade & Desserts

  • Dunkle Schokolade: Je höher der Kakaoanteil, desto kräftiger darf der Wein sein. Ein schwerer Zinfandel oder ein Shiraz passt gut.
  • Schokoladenmousse oder Schokokuchen: Hier ist ein Portwein der absolute Favorit.

Drei Faustregeln für die Auswahl:

  1. Gleiches zu Gleichem: Ein schweres, fettreiches Gericht (z. B. Entenbraten) braucht einen schweren, tanninreichen Wein. Ein leichtes Gericht (z. B. Pasta mit Pesto) braucht einen leichten Wein (z. B. einen jungen Vernatsch oder hellen Spätburgunder).
  2. Säure und Fett: Wenn das Essen sehr fettig ist, hilft ein Wein mit viel Tannin oder Säure, den Gaumen zu „reinigen“.
  3. Regionalität: Was zusammen wächst, passt meist zusammen. Ein französischer Burgunder zum Coq au Vin oder ein Chianti zur Bistecca alla Fiorentina ist fast immer ein Treffer.

Profi-Tipp: Servieren Sie Rotwein nicht zu warm. „Zimmertemperatur“ stammt aus Zeiten vor der Zentralheizung. 16–18 Grad sind für die meisten Rotweine ideal, leichte Rotweine dürfen sogar bei 14 Grad ins Glas.