Welche regionalen Bezeichnungen existieren in Deutschland für das Schnittbrötchen?

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Das klassische Brötchen mit der typischen Einkerbung in der Mitte (Schnittbrötchen) hat in Deutschland je nach Region sehr unterschiedliche Namen. Die Bezeichnung „Brötchen“ selbst ist zwar fast überall verständlich, aber im Alltag dominieren oft lokale Begriffe:

1. Berlin und Brandenburg: Schrippe

Dies ist wohl eine der bekanntesten regionalen Bezeichnungen. Das Wort leitet sich vom Berlinerischen „schripfen“ (mit einem Messer einritzen) ab, was genau den charakteristischen Schnitt in der Mitte beschreibt.

2. Bayern und weite Teile Sachsens/Thüringens: Semmel

In Süddeutschland (vor allem Bayern) und in Sachsen sowie Thüringen sagt man fast ausschließlich Semmel. Der Begriff stammt vom lateinischen „simila“ (feines Weizenmehl) ab. In Bayern gibt es zudem die „Kaisersemmel“, die jedoch ein spezielles sternförmiges Muster hat.

3. Baden-Württemberg, Pfalz und Hessen: Weck / Wecke / Weckle

Im Südwesten Deutschlands ist der „Weck“ (oder die Verkleinerungsformen Weckle in Schwaben und Weckel in Baden) verbreitet. In Hessen sagt man oft Weck oder Wegg. Der Name leitet sich von der Keilform ab, die manche Brötchen früher hatten.

4. Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen: Rundstück

In und um Hamburg ist das Rundstück die traditionelle Bezeichnung. Auch wenn ein Rundstück – wie der Name sagt – oft rund ist, wird der Begriff häufig generisch für einfache Weizenbrötchen (auch mit Schnitt) verwendet.

5. Franken: Kipf / Kipfla

In Teilen Frankens (Nordbayern) wird das Schnittbrötchen oft Kipf genannt (nicht zu verwechseln mit dem Kipferl/Hörnchen). Ein „Laabla“ (Leiblein) ist dort ebenfalls verbreitet.

6. Westfalen und Rheinland: Brötchen

Interessanterweise ist im Westen Deutschlands (NRW) die hochdeutsche Form Brötchen am stärksten verankert. Es gibt zwar lokale Spezialitäten wie den „Röggelchen“ (Roggenbrötchen), aber für das normale Schnittbrötchen bleibt es meist beim Brötchen. In manchen Teilen Westfalens hört man noch den Begriff Stüütchen.

7. Sachsen-Anhalt / Sachsen: Knuppel

In manchen Gegenden Ostdeutschlands wird ein kräftiger gebackenes Schnittbrötchen gelegentlich als Knuppel bezeichnet, wobei sich hier heute die Semmel oder das Brötchen weitgehend durchgesetzt haben.

Zusammenfassung der wichtigsten Begriffe:

  • Norddeutschland: Rundstück / Brötchen
  • Berlin/Brandenburg: Schrippe
  • Südwesten (BW, Pfalz, Hessen): Weck / Weckle / Wecken
  • Süden/Südosten (Bayern, Sachsen, Thüringen): Semmel
  • Franken: Kipf / Laabla

Interessanter Fakt: Während man in Norddeutschland eher „ein Brötchen“ (Neutrum) kauft, ist es in Süddeutschland oft „die Semmel“ (Femininum) oder „der Weck“ (Maskulinum).

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