Welche Probleme verursachen nicht recycelbare Klebebänder auf Versandkartons beim Papier-Recycling?

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Nicht recycelbare Klebebänder (meist aus Kunststoffen wie PP oder PVC und mit synthetischen Klebstoffen versehen) stellen im Papierrecyclingprozess sogenannte Störstoffe dar. Obwohl moderne Recyclinganlagen sehr effizient sind, verursachen diese Bänder mehrere spezifische Probleme:

1. Bildung von „Stickies“ (Kleberückstände)

Das größte Problem sind nicht die Kunststoffstreifen selbst, sondern der Klebstoff. Während des Recyclingprozesses wird das Altpapier in Wasser aufgelöst (zerfasert). Viele Klebstoffe lösen sich dabei in winzige, klebrige Partikel auf, die sogenannten „Stickies“.

  • Folge: Diese Partikel lagern sich an den Maschinen (Sieben, Walzen und Trockenzylindern) ab. Das führt zu Produktionsstopps, da die Maschinen aufwendig gereinigt werden müssen. Zudem können Stickies im fertigen Recyclingpapier Flecken verursachen oder dazu führen, dass Papierbahnen reißen oder zusammenkleben.

2. Verstopfung von Sieben und Filtern

Um Störstoffe zu entfernen, wird der Papierbrei durch feine Siebe geleitet.

  • Folge: Lange Kunststoffbänder können diese Siebe verstopfen oder sich um Rührwerke wickeln (Zopfbildung). Dies mindert die Effizienz der Anlage und erhöht den Wartungsaufwand.

3. Faserverlust

Klebebänder, die sich nicht leicht vom Karton lösen, reißen oft wertvolle Papierfasern mit sich, wenn sie im Sortierprozess aussortiert werden.

  • Folge: Diese Fasern gehen für den Recyclingkreislauf verloren. Je stärker das Band haftet, desto mehr nutzbares Material landet im Abfall.

4. Erhöhter Ausschuss und Entsorgungskosten (Spuckstoffe)

Alles, was im Recyclingprozess aussortiert wird, bezeichnet man als „Spuckstoffe“. Dazu gehören die Plastikfolien der Klebebänder.

  • Folge: Diese Reste müssen thermisch verwertet (verbrannt) werden. Das verursacht zusätzliche Kosten für die Recyclingunternehmen und verschlechtert die CO2-Bilanz des gesamten Prozesses.

5. Qualitätsminderung des Recyclingpapiers

Wenn Klebereste oder kleine Kunststoffpartikel im Prozess verbleiben, mindert dies die Qualität des Endprodukts.

  • Folge: Das neue Papier kann optische Mängel (Punkte) oder eine geringere Reißfestigkeit aufweisen. Bei der späteren Bedruckung des Recyclingpapiers können Klebereste zudem die Druckfarbe abstoßen.

Was ist die Lösung?

Um diese Probleme zu vermeiden, setzen immer mehr Unternehmen auf nassklebende Papierklebebänder:

  • Monomaterial: Sie bestehen aus Papier und einem Kleber auf Pflanzenstärke-Basis.
  • Recyclingfreundlich: Das Band löst sich im Wasserbad zusammen mit dem Karton vollständig auf. Die Fasern des Bandes werden Teil des neuen Papiers, und der Kleber stört den Prozess nicht.

Fazit für Verbraucher: Es ist meist nicht notwendig, das Klebeband mühsam vom Karton abzukratzen, da die Anlagen es aussortieren können. Wer jedoch die Umwelt schonen will, achtet beim Versand selbst auf papierbasierte Klebebänder oder entfernt bei extrem stark beklebten Kartons das Gröbste, bevor sie ins Altpapier wandern.

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