Welche Pestizidrückstände werden häufig in konventionell angebautem Basmati-Reis nachgewiesen?

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In konventionell angebautem Basmati-Reis werden bei Lebensmittelkontrollen und Tests (z. B. von Öko-Test oder Stiftung Warentest) immer wieder Rückstände verschiedener Pestizide nachgewiesen. Da Basmati-Reis fast ausschließlich aus bestimmten Regionen in Indien und Pakistan stammt, spiegeln die Funde die dortige landwirtschaftliche Praxis wider.

Hier sind die am häufigsten nachgewiesenen Wirkstoffe und Substanzgruppen:

1. Fungizide (gegen Pilzbefall)

Pilzerkrankungen wie die Reisbräune (Rice Blast) sind in den feuchten Anbauregionen ein großes Problem.

  • Tricyclazol: Dies ist der am häufigsten gefundene Wirkstoff in Basmati-Reis. Es ist ein hochwirksames Fungizid gegen die Reisbräune. In der EU ist es nicht mehr zugelassen, und der Grenzwert wurde drastisch gesenkt, weshalb Basmati-Importe deswegen oft beanstandet werden.
  • Carbendazim: Ein Breitbandfungizid, das in der EU wegen seiner erbgutverändernden und fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften verboten ist, in Indien und Pakistan aber noch eingesetzt wird.
  • Propiconazol: Ein weiteres Fungizid, das häufig nachgewiesen wird.

2. Insektizide (gegen Schädlinge)

Diese werden sowohl auf dem Feld als auch teilweise zum Schutz des gelagerten Getreides eingesetzt.

  • Chlorpyrifos: Ein Insektizid, das die Nerven schädigen kann. Es ist in der EU seit 2020 komplett verboten (auch die Rückstände in Lebensmitteln dürfen den technischen Nachweiswert nicht überschreiten). Dennoch wird es in den Ursprungsländern noch verwendet.
  • Buprofezin: Ein Insektizid, das die Häutung von Insekten stört.
  • Imidacloprid und Thiamethoxam: Diese gehören zur Gruppe der Neonicotinoide. Sie stehen in der Kritik, weil sie hochgiftig für Bienen sind.
  • Acephat und Methamidophos: Diese Wirkstoffe werden ebenfalls regelmäßig gefunden, obwohl sie in der EU strengen Beschränkungen unterliegen.

3. Herbizide (gegen Unkraut)

  • Butachlor: Ein Unkrautbekämpfungsmittel, das häufig im Reisanbau verwendet wird.

Das Problem der "Pestizid-Cocktails"

Ein Hauptkritikpunkt von Verbraucherschützern ist nicht nur ein einzelner Stoff, sondern die Summe der Rückstände. In konventionellem Basmati werden oft Mehrfachrückstände gefunden – das heißt, in einer einzigen Probe können 5 bis 10 verschiedene Pestizide gleichzeitig stecken. Über die Wechselwirkungen dieser Stoffe im menschlichen Körper (Synergieeffekte) ist bisher noch wenig bekannt.

Weitere relevante Stoffe (keine Pestizide, aber oft enthalten)

Obwohl nicht direkt nach Pestiziden gefragt wurde, sollten diese zwei Gruppen im Zusammenhang mit Basmati-Rückständen genannt werden:

  1. Anorganisches Arsen: Reis nimmt Arsen aus dem Boden und Wasser besonders leicht auf. Es gilt als krebserregend.
  2. Mineralölrückstände (MOSH/MOAH): Diese gelangen oft durch die Verpackung (Jutesäcke oder Recyclingkartons) in den Reis.

Wie kann man Rückstände vermeiden?

  • Bio-Basmati: Im ökologischen Landbau sind chemisch-synthetische Pestizide verboten. Bio-Reis schneidet in Tests bezüglich Pestiziden fast immer "sehr gut" ab.
  • Waschen: Gründliches Waschen des Reises vor dem Kochen entfernt zumindest einen Teil der oberflächlich anhaftenden Rückstände (und überschüssige Stärke).
  • Herkunft prüfen: Einige Marken setzen auf strengere Eigenkontrollen als gesetzlich vorgeschrieben.

Fazit: Wer Pestizidrückstände weitgehend vermeiden möchte, sollte zu Bio-Basmati greifen, da konventionelle Ware aus Indien und Pakistan bauartbedingt ein höheres Risiko für Rückstände von in der EU verbotenen Fungiziden und Insektiziden (insbesondere Tricyclazol und Chlorpyrifos) aufweist.

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