Welche Orangensorten werden am häufigsten für die Saftherstellung verwendet?

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Für die industrielle Saftherstellung werden weltweit vor allem Sorten bevorzugt, die einen hohen Saftgehalt, ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und eine intensive Farbe haben. Zudem dürfen sie nach dem Pressen nicht bitter werden.

Hier sind die am häufigsten verwendeten Orangensorten:

1. Valencia (Die „Königin der Saftorangen“)

Dies ist die weltweit wichtigste Sorte für Orangensaft.

  • Eigenschaften: Sie ist extrem saftig, hat eine tief橙farbene (orange) Farbe und ein hervorragendes Aroma.
  • Vorteil: Sie hat einen sehr geringen Gehalt an Limonin (einem Stoff, der den Saft nach dem Pressen bitter machen kann). Daher eignet sie sich perfekt für Direktsäfte und Konzentrate.
  • Anbau: Vor allem in Florida, Brasilien und Spanien.

2. Pera (Pera Rio)

Besonders wichtig für den Weltmarkt, da sie die Hauptsorte in Brasilien (dem größten Orangensaftproduzenten der Welt) ist.

  • Eigenschaften: Sie ist etwas kleiner als die Valencia, aber sehr ertragreich und liefert einen süßen, hochwertigen Saft.
  • Bedeutung: Ein Großteil des in Europa verkauften Orangensaftkonzentrats stammt von dieser Sorte.

3. Hamlin

Eine wichtige „frühe“ Sorte (Ernte beginnt bereits im Herbst/Winter).

  • Eigenschaften: Sie liefert sehr viel Saft und hat eine dünne Schale.
  • Nachteil: Die Farbe des Saftes ist etwas blasser und das Aroma weniger komplex als bei der Valencia. Deshalb wird Hamlin-Saft in der Industrie oft mit dem Saft späterer Sorten (wie Valencia) gemischt, um Farbe und Geschmack zu optimieren.

4. Natal

Ebenfalls eine sehr wichtige Sorte in Brasilien.

  • Eigenschaften: Sie ähnelt der Valencia-Orange, reift aber zu einem anderen Zeitpunkt. Sie liefert einen süßen Saft mit guter Farbe und wird oft zur Verlängerung der Produktionssaison genutzt.

5. Blutorangen (Moro, Sanguinello, Tarocco)

Diese werden für spezielle rote Säfte verwendet.

  • Eigenschaften: Sie enthalten Anthocyane (Pflanzenfarbstoffe), die für die rote Farbe sorgen.
  • Verwendung: Meist als Premium-Direktsaft, da sie seltener und teurer sind als gelbe Saftorangen.

Warum verwendet man keine Navel-Orangen für Saft?

Die typischen „Ess-Orangen“ aus dem Supermarkt (die man an der kleinen Nabel-Öffnung erkennt) eignen sich nicht für die industrielle Saftherstellung.

  • Das Problem: Navel-Orangen enthalten viel Vorstufen von Limonin. Sobald die Orange gepresst wird und der Saft mit Sauerstoff in Berührung kommt, wandeln sich diese Stoffe um und der Saft wird innerhalb kurzer Zeit sehr bitter. Navel-Saft schmeckt also nur dann gut, wenn er sofort nach dem Pressen getrunken wird.

Zusammenfassung für den Einkauf:

Wenn Sie im Supermarkt Orangen zum Selberpressen kaufen, achten Sie auf Netze, die explizit als „Saftorangen“ gekennzeichnet sind. Meist handelt es sich dabei um Sorten aus der Valencia-Gruppe oder (je nach Saison) um die Sorte Salustiana. Diese haben eine dünnere Schale und deutlich mehr Saft als die dickschaligen Navel-Orangen.

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