Welche ökologischen Auswirkungen hat die Gewinnung von Aluminium für die Folienherstellung?
Die Gewinnung und Herstellung von Aluminium für Produkte wie Alufolie ist einer der energie- und ressourcenintensivsten Prozesse in der Industrie. Die ökologischen Auswirkungen lassen sich in verschiedene Phasen unterteilen:
1. Bauxitabbau (Rohstoffgewinnung)
Aluminium wird aus dem Erz Bauxit gewonnen.
- Flächenverbrauch und Entwaldung: Bauxit liegt meist in tropischen und subtropischen Regionen (z. B. Australien, Brasilien, Guinea) in dünnen Schichten unter der Erdoberfläche. Für den Tagebau werden großflächig Regenwälder gerodet.
- Verlust der Biodiversität: Durch die Zerstörung der Lebensräume schwindet die Artenvielfalt massiv.
- Boden- und Wasserbelastung: Die Freilegung der Erdschichten führt oft zu Erosion und zur Verschmutzung lokaler Wasserquellen durch Sedimente.
2. Herstellung von Aluminiumoxid (Bayer-Verfahren)
Das Bauxit wird chemisch behandelt, um Aluminiumoxid zu gewinnen.
- Rotschlamm-Problematik: Als Abfallprodukt entsteht pro Tonne Aluminium etwa das 1,5-fache an giftigem Rotschlamm. Dieser ist stark alkalisch (hoher pH-Wert) und enthält Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Chrom sowie radioaktive Spurenelemente.
- Lagerungsrisiken: Rotschlamm wird oft in offenen Becken gelagert. Dammbrüche (wie 2010 in Ungarn) können verheerende Umweltkatastrophen auslösen, die ganze Ökosysteme verätzen und vergiften.
3. Schmelzflusselektrolyse (Primäraluminium-Gewinnung)
Das Aluminiumoxid wird unter extrem hohem Energieaufwand zu reinem Aluminium geschmolzen.
- Extremer Energieverbrauch: Die Herstellung von Primäraluminium benötigt etwa 15 Megawattstunden pro Tonne. Das ist etwa 20-mal mehr Energie als bei der Glasherstellung und deutlich mehr als bei Stahl.
- Treibhausgasemissionen: Da viele Aluminiumhütten in Ländern mit Kohlestrom betrieben werden, ist der CO₂-Fußabdruck enorm. Zudem entstehen bei der Elektrolyse Perfluorcarbone (PFCs). Diese Gase sind bis zu 9.200-mal klimaschädlicher als CO₂.
- Anodenabbrand: Bei der Elektrolyse werden Kohlenstoffanoden verbraucht, was zusätzliches CO₂ freisetzt.
4. Walzen zur Folie
Um die extrem dünne Alufolie zu erhalten, muss das Aluminium in vielen Schritten gewalzt werden.
- Zusätzlicher Energiebedarf: Das mehrfache Walzen und die notwendigen Zwischenerhitzungen (um das Material geschmeidig zu halten) verbrauchen weitere Energie.
- Hilfsstoffe: Beim Walzen werden Walzöle und Fette eingesetzt, die bei unsachgemäßer Entsorgung die Umwelt belasten können.
5. Das Problem der Einwegnutzung
Alufolie wird oft als kurzlebiges Wegwerfprodukt verwendet (Verpackung, Grillen).
- Ressourcenverschwendung: Der immense Aufwand der Herstellung steht oft in keinem Verhältnis zur Nutzungsdauer von wenigen Stunden oder Tagen.
- Verschmutzung: In der Natur zersetzt sich Aluminiumfolie kaum, sondern zerfällt lediglich in immer kleinere Partikel.
Der Lichtblick: Recycling
Die ökologische Bilanz verbessert sich massiv, wenn Aluminium recycelt wird (Sekundäraluminium):
- Energieersparnis: Für das Umschmelzen von altem Aluminium werden nur 5 % der Energie benötigt, die für die Primärgewinnung nötig wäre.
- Qualität: Aluminium lässt sich ohne Qualitätsverlust (theoretisch) unendlich oft recyceln.
Fazit
Die Herstellung von Alufolie ist ökologisch sehr belastend, insbesondere durch die Zerstörung von Regenwäldern, die Entstehung von giftigem Rotschlamm und den gewaltigen Strombedarf.
Empfehlung:
- Alufolie so sparsam wie möglich verwenden.
- Mehrwegalternativen bevorzugen (Edelstahldosen, Bienenwachstücher).
- Gebrauchte Folie unbedingt im Gelben Sack / der Wertstofftonne entsorgen, damit sie recycelt werden kann (nur im sauberen Zustand sinnvoll).