Welche Materialien lassen sich mit einem Seitenschneider fachgerecht trennen?
Ein Seitenschneider ist ein unverzichtbares Werkzeug in der Elektroinstallation und Mechanik. Um ihn fachgerecht zu nutzen, muss man zwischen verschiedenen Materialien und der Bauart des Seitenschneiders unterscheiden.
Hier ist eine Übersicht der Materialien, die sich fachgerecht trennen lassen:
1. Weiche Metalle (Buntmetalle)
Dies ist der Haupteinsatzbereich von Standard-Seitenschneidern.
- Kupferdrähte und -kabel: Einzelne Adern oder mehradrige Leitungen (z. B. NYM-Kabel).
- Aluminium: Drähte, dünne Stäbe oder Kabel.
- Messing und Gold/Silber: In der Feinmechanik oder beim Schmuckdesign.
2. Harte Metalle (Nur mit entsprechenden Modellen)
Nicht jeder Seitenschneider darf harten Draht schneiden. Hierfür benötigt man meist einen Kraftseitenschneider.
- Eisen- und Stahldraht: Bindedraht oder Zaun-Spanndraht.
- Federstahldraht (Pianodraht): Nur mit speziellen Seitenschneidern, die eine hohe Schneidenhärte (ca. 64 HRC) aufweisen.
- Nägel und Niete: Kleinere Durchmesser lassen sich mit Kraftseitenschneidern problemlos trennen.
3. Kunststoffe
- Kabelbinder: Hierfür gibt es oft spezielle Seitenschneider für die Elektronik, die bündig schneiden, um scharfe Kanten zu vermeiden.
- Kunststoffgehäuse/Gussteile: In der Modellbau- oder Spritzgusstechnik werden Seitenschneider zum Abtrennen von Bauteilen vom „Gussbaum“ verwendet.
- Isolierungen: Das Entfernen von Kunststoffummantelungen bei Kabeln.
4. Elektronikbauteile
- Bauteilbeinchen: Überstehende Drähte von Widerständen, Kondensatoren etc. auf einer Platine.
- Lötzinn: Dünner Lötdraht.
Was man NICHT mit einem Seitenschneider trennen sollte (Nicht fachgerecht):
- Stahlschrauben und gehärtete Bolzen: Diese ruinieren die Schneiden (es entstehen Scharten), es sei denn, das Werkzeug ist explizit dafür ausgelegt.
- Litzen unter Spannung: Lebensgefahr! Nur isolierte (VDE-geprüfte) Werkzeuge verwenden und vorher immer die Spannungsfreiheit feststellen.
- Holz oder dicke Textilseile: Dafür ist die Keilwirkung der Schneiden nicht ausgelegt; das Material quetscht eher, als dass es sauber trennt.
- Ketten: Hierfür ist ein Bolzenschneider notwendig.
Wichtige Fachbegriffe zur Auswahl:
Um das richtige Material zu wählen, geben Hersteller oft drei Kategorien an:
- Weicher Draht: (z. B. Kupfer, Kunststoffe)
- Mittelharter Draht: (z. B. Nägel, harter Eisendraht)
- Harter Draht: (z. B. Stahlseile, Federstahl/Pianodraht)
Profi-Tipp: Wenn Sie beim Schneiden einen extrem hohen Kraftaufwand spüren, ist das Material wahrscheinlich zu hart für den gewählten Seitenschneider. Ein fachgerechter Schnitt sollte sauber und ohne Ausbrechen der Schneidkanten erfolgen.