Aus welchen Materialien wird herkömmliche Verbandwatte gefertigt?

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Herkömmliche Verbandwatte wird heute meist aus zwei Hauptmaterialien hergestellt, entweder in reiner Form oder als Mischgewebe:

  1. Baumwolle (Naturbasis):

    • Dies ist das klassische Material. Die Naturfasern aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze werden gereinigt, entfettet (damit sie Flüssigkeit aufsaugen können, da Rohbaumwolle von Natur aus wasserabweisend/wachshaltig ist) und meist chlorfrei gebleicht.
    • Vorteil: Sehr weich, hautfreundlich und kann das Vielfache ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen.
  2. Viskose (Zellwolle):

    • Viskose ist eine chemisch hergestellte Faser auf Basis von natürlicher Cellulose (meist aus Holzschliff gewonnen). Sie wird oft als kostengünstigere Alternative zur reinen Baumwolle eingesetzt.
    • Vorteil: Sehr gleichmäßige Saugkraft und fusselt oft etwas weniger als reine Baumwolle.

Die gängigsten Varianten im Handel:

  • Reine Baumwollwatte: Besteht zu 100 % aus Baumwolle. Sie gilt als besonders hochwertig und ist oft als „Heilwatte“ oder für kosmetische Zwecke deklariert.
  • Mischwatte (Baumwoll-Viskose-Gemisch): Die meisten Standardprodukte im Supermarkt oder in der Drogerie bestehen aus einer Mischung (z. B. 50 % Baumwolle und 50 % Viskose). Dies vereint die Weichheit der Baumwolle mit der Saugfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Viskose.
  • Synthetikwatte (Polsterwatte): Wenn es sich nicht um klassische Saugwatte handelt, sondern um Watte zum Polstern von Gipsverbänden, wird oft Polyester verwendet. Diese Watte saugt kein Wasser auf, sondern dient nur dem Schutz vor Druckstellen.

Wichtige Verarbeitungsschritte:

Damit die Watte als „Verbandwatte“ bezeichnet werden darf, muss sie bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Entfettung: Die natürlichen Wachse der Baumwolle werden entfernt, um die Saugfähigkeit zu garantieren.
  • Bleichung: Heutzutage erfolgt dies fast ausschließlich sauerstoffbasiert (ohne elementares Chlor), um Hautirritationen und Umweltbelastungen zu vermeiden.
  • Kämmung: Die Fasern werden mechanisch ausgerichtet, um ein vliesähnliches, weiches Band zu bilden.

Zusammenfassend: Wenn du normale Verbandwatte kaufst, hältst du meist eine Mischung aus Baumwolle und Viskose in den Händen.

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