Welche Materialien können mit einer Stichsäge bearbeitet werden?

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Eine Stichsäge ist eines der vielseitigsten Werkzeuge in der Werkstatt. Mit dem jeweils passenden Sägeblatt lassen sich sehr unterschiedliche Materialien bearbeiten.

Hier ist eine Übersicht der Materialien, die mit einer Stichsäge geschnitten werden können:

1. Holz und Holzwerkstoffe (der Klassiker)

Holz ist das Haupteinsatzgebiet der Stichsäge.

  • Weichholz & Hartholz: Massivholzbretter und Balken (bis zu einer gewissen Dicke, meist max. 80–120 mm je nach Gerät).
  • Sperrholz & Multiplex: Ideal für Kurvenschnitte.
  • Spanplatten & OSB: Roh oder beschichtet (z. B. Küchenarbeitsplatten).
  • MDF & HDF: Häufig im Möbelbau verwendet.
  • Laminat & Parkett: Spezielle Blätter verhindern das Ausreißen der Sichtkante.

2. Metalle

Stichsägen können auch Metall schneiden, allerdings langsamer und mit höherem Verschleiß der Sägeblätter.

  • Aluminium: Weicheres Metall, lässt sich relativ gut sägen (Schmiermittel wie Schneidöl oder Wachs empfohlen).
  • Buntmetalle: Kupfer, Messing, Zink.
  • Stahl & Eisen: Dünne Bleche oder Profile (meist bis ca. 10 mm Dicke).
  • Edelstahl (Inox): Nur mit speziellen, sehr harten Sägeblättern (Hartmetall-bestückt) möglich.

3. Kunststoffe

Hier ist Vorsicht geboten, damit das Material nicht schmilzt.

  • PVC: Gehäuseteile, Rohre oder Kabelkanäle.
  • Acrylglas (Plexiglas): Erfordert niedrige Hubzahl und spezielle Blätter, um Risse und Verschmelzen zu vermeiden.
  • Polycarbonat: Schlagfester Kunststoff, gut zu bearbeiten.
  • GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) & CFK (Carbon): Stark abrasiv, erfordert Hartmetall-Sägeblätter.

4. Mineralische und keramische Materialien

Mit speziellen diamant- oder hartmetallbestückten "Riff-Blättern" (ohne Zähne, eher wie eine Feile):

  • Wandfliesen: Für Ausschnitte (z. B. für Steckdosen), jedoch nicht für Feinsteinzeug geeignet.
  • Gipskarton (Rigips): Geht sehr schnell, staubt aber extrem.
  • Faserzementplatten: Z. B. Eternit.

5. Weichmaterialien

Mit einem speziellen Wellenschliff-Messer (sieht aus wie ein Brotmesser):

  • Schaumstoff: Für Polsterarbeiten.
  • Styropor: Dämmplatten.
  • Gummi & Leder: Teppichreste oder Matten.

Worauf man achten muss: Das richtige Sägeblatt

Die Wahl des Sägeblatts ist entscheidend. Man erkennt sie meist an der Farbkodierung (oft herstellerübergreifend, z.B. Bosch-Standard):

  • Grau: Holz
  • Blau: Metall
  • Rot: Kunststoff
  • Schwarz: Spezialanwendungen (Fliesen, Edelstahl)

Drei wichtige Tipps für die Bearbeitung:

  1. Pendelhub: Bei Holz hochstellen (schneller, aber grober). Bei Metall, Kunststoff oder Kurven den Pendelhub ausschalten (Stufe 0).
  2. Drehzahl/Hubzahl: Metall und Kunststoff mit niedriger Drehzahl sägen, damit das Material nicht zu heiß wird. Holz mit hoher Drehzahl.
  3. Splitterschutz: Für saubere Kanten in beschichtetem Holz sollte man einen Splitterschutz verwenden oder auf der Rückseite des Werkstücks sägen.
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