Welche Inhaltsstoffe sorgen für den Reinigungseffekt (Abrasivstoffe)?
Abrasivstoffe (auch Schleifmittel oder Putzkörper genannt) sind wasserunlösliche, feinkörnige Feststoffe. Sie reinigen Oberflächen mechanisch durch Reibung, ähnlich wie sehr feines Sandpapier.
Je nach Anwendungsbereich (Zahnpflege, Haushalt oder Industrie) kommen unterschiedliche Inhaltsstoffe zum Einsatz. Hier sind die wichtigsten:
1. In Zahnpasta
In Zahnpflegeprodukten müssen die Abrasivstoffe hart genug sein, um Plaque und Verfärbungen zu lösen, aber weich genug, um den Zahnschmelz nicht zu schädigen.
- Kieselsäuren (Silica / Hydrated Silica): Der am häufigsten verwendete Stoff. Die Partikelgröße kann präzise gesteuert werden, um den gewünschten Abrieb (RDA-Wert) einzustellen.
- Calciumcarbonat (Kreide/Marmorpulver): Ein klassisches, günstiges Schleifmittel.
- Dicalciumphosphat: Wirkt sanft und unterstützt die Remineralisierung.
- Aluminiumoxid: Wird oft in „Whitening“-Zahnpasten verwendet, da es sehr hart ist.
- Hydroxylapatit: Wirkt sowohl als sanfter Putzkörper als auch als „künstlicher Zahnschmelz“.
2. In Reinigungsmitteln (Scheuermilch / Putzsteine)
Hier ist die Reinigungsleistung wichtiger als die Schonung einer empfindlichen Oberfläche.
- Marmor- oder Kalkmehl (Calciumcarbonat): Der Standardwirkstoff in den meisten Scheuermitteln. Er ist weicher als Glas oder Keramik, aber hart genug für Kalk und Fett.
- Quarzsand: In sehr aggressiven Scheuerpulvern (heute seltener in Haushaltsprodukten, eher im Industriebereich zu finden).
- Bimssteinmehl: Ein sehr effektives, poröses Schleifmittel für hartnäckige Verschmutzungen.
- Tonelerde (Kaolin): Wird oft in Polierpasten oder „Putzsteinen“ verwendet, da sie sehr fein und schonend ist.
3. In Kosmetik (Peelings)
- Natürliche Stoffe: Gemahlene Aprikosenkerne, Walnussschalen, Meersalz, Zucker oder Kaffeesatz.
- Mineralische Stoffe: Tonerde, Heilerde oder Bimsstein (für Fußpeelings).
- Jojobawachs-Perlen: Eine sehr sanfte, ökologische Alternative zu Mikroplastik.
- Hinweis: Mikroplastik (Polyethylen) wurde früher oft verwendet, ist aber heute aufgrund von Umweltvorgaben weitgehend verboten oder durch biologisch abbaubare Stoffe ersetzt worden.
4. In Handwaschpasten (für starke Verschmutzungen)
- Holzmehl: Sehr verbreitet, da es die Haut schont und die Umwelt nicht belastet.
- Walnussschalengranulat: Ein effektives Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie.
- Sand: Früher Standard, heute wegen der Verstopfungsgefahr von Abflüssen und der Hautreizung seltener.
Worauf kommt es beim Reinigungseffekt an?
Der Reinigungseffekt eines Abrasivstoffs wird durch drei Faktoren bestimmt:
- Härte: Der Stoff muss idealerweise etwas weicher sein als die zu reinigende Oberfläche, aber härter als der Schmutz.
- Partikelform: Eckige Partikel reinigen aggressiver, runde Partikel polieren eher.
- Partikelgröße (Körnung): Je gröber die Partikel, desto stärker der Abrieb (und desto größer die Gefahr von Kratzern).
Wichtig zu wissen: Bei Zahnpasta wird die Stärke des Abriebs durch den RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion) angegeben. Ein hoher Wert reinigt zwar besser, kann aber bei täglicher Anwendung den Zahnhals schädigen.