Welche Inhaltsstoffe in Ohrensprays können allergische Reaktionen hervorrufen?
Ohrensprays werden häufig zur Reinigung (Lösen von Ohrenschmalz), zur Behandlung von Entzündungen oder zur Vorbeugung von Infektionen (z. B. nach dem Schwimmen) eingesetzt. Obwohl sie meist gut verträglich sind, können bestimmte Inhaltsstoffe allergische Reaktionen – meist in Form einer Kontaktdermatitis im Gehörgang – auslösen.
Hier sind die häufigsten Inhaltsstoffe in Ohrensprays, die Allergien hervorrufen können:
1. Konservierungsstoffe
Konservierungsmittel sind die häufigsten Auslöser für Kontaktallergien bei Ohrentropfen und -sprays.
- Benzalkoniumchlorid: Ein sehr häufig genutztes Konservierungsmittel, das die Schleimhaut reizen und Allergien auslösen kann.
- Thiomersal: Eine quecksilberhaltige Verbindung, die früher oft verwendet wurde (heute seltener), aber ein bekanntes Allergen ist.
- Parabene: Werden zur Haltbarmachung eingesetzt und können bei empfindlichen Personen Reaktionen auslösen.
2. Antibiotika (in verschreibungspflichtigen Sprays)
Wenn das Spray zur Behandlung einer Gehörgangsentzündung dient, enthält es oft Antibiotika.
- Neomycin: Dies ist der bekannteste Verursacher von Kontaktallergien im Bereich der Ohrmedikamente. Eine Allergie gegen Neomycin ist relativ häufig.
- Polymyxin B: Wird oft in Kombination mit Neomycin verwendet und kann ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen.
- Framycetin: Ein weiteres Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside mit ähnlichem Allergiepotential wie Neomycin.
3. Öle und natürliche Inhaltsstoffe
Viele Sprays zur Reinigung basieren auf Ölen. Auch wenn sie "natürlich" sind, können sie Allergien auslösen.
- Erdnussöl (Arachisöl): Kann für Menschen mit einer Erdnussallergie gefährlich sein (wird heute seltener verwendet).
- Mandelöl oder Olivenöl: In seltenen Fällen können auch diese Öle Reaktionen hervorrufen.
- Teebaumöl: Bekannt für sein hohes Potenzial, Kontaktallergien auszulösen.
- Kamillenextrakte: Kamille gehört zu den Korbblütlern, gegen die viele Menschen allergisch sind.
4. Lokalanästhetika (schmerzstillende Zusätze)
Einige Sprays enthalten Wirkstoffe zur Schmerzlinderung.
- Benzocain: Ein bekannter Auslöser für Kontaktallergien.
- Lidocain: Gilt als verträglicher als Benzocain, kann aber in Einzelfällen ebenfalls allergische Reaktionen verursachen.
5. Lösungsmittel und Hilfsstoffe
- Propylenglykol: Wird oft als Lösungsmittel verwendet. Es kann die Haut reizen und bei manchen Menschen eine allergische Kontaktdermatitis auslösen.
- Wollwachsalkohol (Lanolin): Wird manchmal in öligen Zubereitungen verwendet und ist ein bekanntes Allergen.
Symptome einer allergischen Reaktion im Ohr:
Wenn Sie allergisch auf ein Ohrenspray reagieren, bemerken Sie dies meist durch:
- Starken Juckreiz im Gehörgang.
- Rötung und Schwellung der Ohrmuschel oder des Gehörgangs.
- Nässende Stellen oder Krustenbildung.
- Brennendes Gefühl nach der Anwendung.
- Verschlechterung der Beschwerden statt einer Besserung.
Was tun bei Verdacht auf eine Allergie?
- Anwendung sofort stoppen: Spülen Sie das Ohr nicht eigenmächtig mit Wasser aus, wenn das Trommelfell verletzt sein könnte.
- Arzt aufsuchen: Ein HNO-Arzt kann feststellen, ob es sich um eine Infektion oder eine allergische Reaktion handelt.
- Inhaltsstoffe prüfen: Nehmen Sie die Packungsbeilage mit zum Arzt, um den potenziellen Auslöser zu identifizieren.
- Allergietest: Ein Dermatologe kann durch einen Epikutantest (Pflastertest) genau bestimmen, auf welchen Stoff Sie reagieren.
Wichtiger Hinweis: Wenn Sie wissen, dass Ihr Trommelfell perforiert (löchrig) ist, dürfen viele dieser Sprays ohnehin nicht angewendet werden, da die Inhaltsstoffe ins Mittelohr gelangen und dort Schäden anrichten können.