Welche Inhaltsstoffe in Mascara können allergische Reaktionen auslösen?

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Mascara wird in unmittelbarer Nähe der empfindlichen Augenschleimhaut aufgetragen, weshalb allergische Reaktionen (Kontaktallergien) relativ häufig vorkommen. Die Auslöser sind meist bestimmte Inhaltsstoffe, die entweder zur Haltbarkeit, zur Färbung oder zur Textur beitragen.

Hier sind die häufigsten Inhaltsstoffe in Mascara, die allergische Reaktionen auslösen können:

1. Konservierungsstoffe

Da Mascara eine feuchte Textur hat und das Bürstchen ständig zwischen Auge und Fläschchen wandert, ist sie anfällig für Bakterien. Starke Konservierungsmittel sind daher notwendig, aber oft allergieauslösend:

  • Thimerosal (Quecksilberverbindung): Früher sehr verbreitet, heute aufgrund seines hohen Allergiepotenzials seltener, aber in manchen wasserfesten Produkten noch zu finden.
  • Parabene (z. B. Methylparaben, Ethylparaben): Sie dienen der Haltbarkeit, stehen aber im Verdacht, Kontaktallergien auszulösen.
  • Phenoxyethanol: Ein häufiger Ersatz für Parabene, der dennoch bei empfindlichen Personen Reizungen hervorrufen kann.
  • Quaternium-15: Ein Formaldehydabspalter, der als starkes Allergen gilt.

2. Duftstoffe (Parfum)

Viele Mascaras enthalten Duftstoffe, um den Eigengeruch der chemischen Komponenten zu überdecken.

  • „Fragrance“ / „Parfum“: Dies ist ein Sammelbegriff für hunderte chemische Verbindungen. Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien im Gesichtsbereich.

3. Farbstoffe und Pigmente

  • Nickel und Chrom: Diese Metalle sind oft als Verunreinigungen in den verwendeten Eisenoxiden (für die schwarze oder braune Farbe) enthalten. Besonders Menschen mit einer Nickelallergie können reagieren.
  • Carbon Black (Ruß): Wird für tiefschwarze Mascara verwendet und kann bei manchen Menschen Reizungen verursachen.
  • Karmin (CI 75470): Ein rotes Pigment (oft in lila oder bräunlicher Mascara), das aus Schildläusen gewonnen wird und als Allergen bekannt ist.

4. Wachse und Harze

Diese Stoffe sorgen dafür, dass die Mascara an den Wimpern haftet:

  • Kolophonium (Rosin): Ein natürliches Harz, das für Haftung sorgt, aber ein bekanntes Kontaktallergen ist.
  • Lanolin (Wollwachs): Gewonnen aus Schafwolle. Es macht die Textur geschmeidig, viele Menschen reagieren jedoch allergisch darauf.
  • Bienenwachs (Cera Alba): Eigentlich natürlich, kann aber bei Allergikern Reaktionen auslösen.
  • Shellac: Wird oft in wasserfesten Formeln als Filmbildner genutzt und kann Allergien verursachen.

5. Polymere und Emulgatoren

  • Acrylate: Diese Filmbildner sorgen dafür, dass die Mascara nicht verschmiert, können aber Hautreizungen auslösen.
  • Triethanolamin (TEA): Ein Emulgator, der den pH-Wert reguliert, aber oft die Augen reizt.

6. Spezielle Inhaltsstoffe in "Natural" oder "Bio" Mascara

Auch Naturkosmetik ist nicht automatisch allergiefrei:

  • Ätherische Öle: Diese dienen als natürliche Duft- oder Konservierungsstoffe, haben aber ein hohes Allergiepotenzial.
  • Pflanzenextrakte: Extrakte aus Korbblütlern (z. B. Kamille oder Arnika) können allergische Reaktionen hervorrufen.

Symptome einer Allergie:

  • Rötung der Augenlider oder des Augapfels.
  • Juckreiz oder Brennen.
  • Schwellungen der Lidränder (Lidödem).
  • Tränende Augen.
  • Trockene, schuppige Haut an den Augenlidern nach längerer Anwendung.

Tipps für Allergiker:

  1. INCI-Liste prüfen: Achten Sie auf Begriffe wie "Fragrance-free" (parfümfrei) oder "Hypoallergenic".
  2. Wasserlösliche Mascara bevorzugen: Wasserfeste Mascara enthält oft stärkere Lösungsmittel und Harze, die schwerer zu entfernen sind und die Haut mehr reizen.
  3. Haltbarkeit beachten: Mascara sollte nach dem Öffnen spätestens nach 3 bis 6 Monaten entsorgt werden, da sich Bakterien ansammeln, die Entzündungen (keine echte Allergie, aber ähnliche Symptome) verursachen.
  4. Patch-Test: Tragen Sie ein wenig Mascara in der Armbeuge auf und warten Sie 24 Stunden, um zu sehen, ob eine Reaktion auftritt.

Hinweis: Wenn Sie eine starke Reaktion haben, sollten Sie einen Augenarzt oder Hautarzt aufsuchen, um einen Epikutantest (Allergietest) durchführen zu lassen.

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