Welche Inhaltsstoffe in Augencremes lösen besonders häufig allergische Reaktionen aus?

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Die Haut um die Augen ist bis zu viermal dünner als die restliche Gesichtshaut. Sie besitzt kaum Unterhautfettgewebe und weniger Talgdrüsen, weshalb sie besonders durchlässig für Inhaltsstoffe ist.

Hier sind die Inhaltsstoffe in Augencremes, die besonders häufig Kontaktallergien oder Reizungen auslösen:

1. Duftstoffe (Parfüm)

Duftstoffe sind die häufigste Ursache für allergische Reaktionen bei Kosmetika. Selbst wenn eine Creme „angenehm dezent“ riecht, kann sie problematisch sein.

  • Kritische Stoffe: Cinnamal, Eugenol, Geraniol, Linalool, Limonene oder Citral.
  • Wichtig: Auch „natürliche“ ätherische Öle in Naturkosmetik sind häufige Allergene.

2. Konservierungsstoffe

Da Augencremes oft in Tiegeln verkauft werden (in die man mit dem Finger hineinfasst), müssen sie stark konserviert werden, um Bakterienwachstum zu verhindern.

  • Methylisothiazolinon (MI): Ein bekanntes, starkes Allergen, das in vielen Pflegeprodukten vorkommt.
  • Parabene: Zwar seltener allergieauslösend als ihr Ruf, aber dennoch für manche problematisch.
  • Phenoxyethanol: Kann besonders in der Nähe der Schleimhäute brennende Augen verursachen.

3. Wollwachsalkohol (Lanolin)

Lanolin wird aus Schafwolle gewonnen und dient als reichhaltiger Rückfetter. Es ist in vielen sehr reichhaltigen Augencremes enthalten, gehört aber zu den klassischen Kontaktallergenen.

4. Emulgatoren (z.B. PEG-Verbindungen)

Polyethylenglykole (PEGs) machen die Haut durchlässiger, damit Wirkstoffe besser eindringen können. Das Problem: Auch Schadstoffe und Allergene gelangen so leichter in die Haut. Zudem können sie die Barrierefunktion der empfindlichen Augenpartie schwächen.

5. Bestimmte Wirkstoffe (Retinol & Vitamin C)

Diese Stoffe sind keine klassischen „Allergene“ im Sinne einer Immunreaktion, lösen aber sehr häufig Irritationen (retinoid dermatitis) aus.

  • Retinol (Vitamin A): Kann bei zu hoher Konzentration Rötungen, Schuppung und Brennen verursachen.
  • Vitamin C (Ascorbic Acid): Ein niedriger pH-Wert kann die dünne Haut unter den Augen reizen.

6. UV-Filter

Falls die Augencreme einen Lichtschutzfaktor (LSF) enthält, können chemische Filter Reaktionen auslösen.

  • Kritische Stoffe: Oxybenzon (Benzophenone-3) oder Octocrylen. Diese können bei Kontakt mit den Augen zudem starkes Tränen verursachen.

7. Pflanzenextrakte (Naturkosmetik)

Viele Menschen glauben, Naturkosmetik sei verträglicher, doch das Gegenteil kann der Fall sein.

  • Klassiker: Korbblütler wie Kamille, Arnika oder Ringelblume (Calendula). Diese wirken zwar beruhigend, sind aber bekannte Allergene für Menschen mit entsprechenden Pollenallergien.

Woran erkennst du eine Reaktion?

  • Symptome: Rötung, Schwellung (oft sehen die Augen „verquollen“ aus), Juckreiz, Brennen oder kleine rote Pusteln.
  • Zeitverzögerung: Eine Kontaktallergie tritt oft erst 24 bis 72 Stunden nach dem Auftragen auf (Spättyp-Allergie).

Tipps für empfindliche Augen:

  1. Duftstofffrei: Achte auf die Kennzeichnung „parfümfrei“ (nicht nur „ohne Duftstoffe“, da manchmal Duftstoffe zum Maskieren des Eigengeruchs verwendet werden).
  2. Airless-Spender: Wählen Sie Produkte im Pumpender statt im Tiegel. Diese benötigen weniger Konservierungsstoffe, da keine Luft und keine Bakterien an das Produkt gelangen.
  3. Patch-Test: Teste eine neue Augencreme erst zwei Tage lang in der Ellenbeuge oder hinter dem Ohr.
  4. Weniger ist mehr: Die Inhaltsstoffliste (INCI) sollte bei empfindlicher Haut so kurz wie möglich sein.

Hinweis: Wenn deine Augenpartie bereits stark reagiert hat, solltest du die Creme sofort absetzen und gegebenenfalls einen Hautarzt aufsuchen, um einen Allergietest (Epikutantest) durchzuführen.