Welche Holzarten werden üblicherweise für die Herstellung von Konstruktionsvollholz verwendet?
Für die Herstellung von Konstruktionsvollholz (KVH) werden fast ausschließlich Nadelhölzer verwendet. Die Auswahl der Holzarten ist durch Normen (wie die DIN EN 14081-1) sowie durch die Qualitätskriterien der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz festgelegt.
Hier sind die üblicherweise verwendeten Holzarten nach ihrer Bedeutung sortiert:
1. Fichte (Picea abies) – Die wichtigste Holzart
Die Fichte ist die mit Abstand am häufigsten verwendete Holzart für KVH.
- Vorteile: Sie wächst schnell, ist weit verbreitet, lässt sich gut bearbeiten und weist ein hervorragendes Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit auf.
- Einsatz: Standard für den Dachstuhlbau, Holzrahmenbau und Deckenbalken.
2. Tanne (Abies alba)
Die Weißtanne wird oft gemeinsam mit der Fichte verarbeitet (oft als Sortiment „Fichte/Tanne“ gehandelt).
- Besonderheit: Im Gegensatz zur Fichte hat die Tanne keine Harzgallen. Das macht sie besonders attraktiv für Sichtbereiche, in denen kein Harz austreten soll.
3. Kiefer (Pinus sylvestris)
Kiefernholz wird ebenfalls für KVH verwendet, ist aber seltener als Fichte.
- Besonderheit: Die Kiefer hat einen deutlich dunkleren Kern und einen hohen Harzgehalt. Sie ist etwas witterungsbeständiger als Fichte, wird aber im KVH-Bereich meist wegen ihrer rustikaleren Optik gewählt.
4. Lärche (Larix decidua)
Die Lärche wird verwendet, wenn höhere Anforderungen an die natürliche Dauerhaftigkeit oder die Optik gestellt werden.
- Vorteile: Sie ist das härteste und schwerste heimische Nadelholz und hat eine rötliche Färbung.
- Einsatz: Oft dort, wo Bauteile eventuell einer höheren Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind (obwohl KVH generell für den geschützten Bereich konzipiert ist).
5. Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Die Douglasie ähnelt der Lärche in ihren Eigenschaften und ihrer Farbe.
- Vorteile: Sie ist sehr tragfähig und weist eine gute natürliche Resistenz gegen Pilze und Insekten auf.
- Einsatz: Beliebt für Konstruktionen im Außenbereich (sofern konstruktiv geschützt) oder für optisch anspruchsvolle Projekte.
Warum fast nur Nadelholz?
Es gibt mehrere Gründe, warum Laubholz (wie Eiche oder Buche) für klassisches KVH kaum eine Rolle spielt:
- Wachstum: Nadelbäume wachsen gerader und schneller, was die Produktion langer Balken erleichtert.
- Verarbeitung: Nadelhölzer lassen sich einfacher trocknen und per Keilzinkung verbinden.
- Kosten: Nadelholz ist deutlich günstiger als Konstruktionsholz aus Laubholz.
- Gewicht: Nadelholz ist bei vergleichbarer Statik leichter, was die Handhabung auf der Baustelle erleichtert.
Wichtiger Hinweis: Wenn Sie KVH kaufen, ist Fichte der Standard. Möchten Sie eine andere Holzart (wie Lärche oder Douglasie), muss dies explizit bestellt werden, da diese meist teurer sind und nicht immer in allen Dimensionen lagernd geführt werden.