Welche Gründe führen zu einer ungleichmäßigen Farbausbildung des Fugenmörtels?

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Eine ungleichmäßige Farbausbildung (Fleckigkeit oder Farbunterschiede) bei Fugenmörtel kann viele Ursachen haben. Diese lassen sich meist auf Verarbeitungsfehler, Umgebungseinflüsse oder die Beschaffenheit des Untergrunds zurückführen.

Hier sind die häufigsten Gründe im Detail:

1. Fehler beim Anmischen (Wasserverhältnis)

  • Zu viel Anmachwasser: Wenn mehr Wasser als vom Hersteller angegeben verwendet wird, sinken die Pigmente ab oder werden „ausgeschwemmt“. Das führt zu helleren Stellen oder einem weißlichen Schleier.
  • Unterschiedliche Mischverhältnisse: Wenn für verschiedene Flächen unterschiedlich viel Wasser verwendet wurde, entstehen zwangsläufig unterschiedliche Farbtöne.
  • Unzureichendes Mischen: Wenn das Pulver nicht vollständig homogen mit dem Wasser vermengt wurde, verteilen sich die Farbpigmente ungleichmäßig.

2. Fehler beim Reinigungsvorgang (Wichtigster Punkt!)

  • Zu frühes Waschen: Wenn die Fuge noch zu frisch ist und mit dem nassen Schwamm bearbeitet wird, werden die Farbpigmente an der Oberfläche ausgewaschen.
  • Zu viel Wasser beim Abwaschen: Ein zu nasser Schwamm ist die häufigste Ursache für helle Flecken oder Auswaschungen. Das Wasser dringt in die frische Fuge ein und verändert das Trocknungsverhalten sowie die Pigmentdichte.
  • Schmutziges Waschwasser: Wenn das Wasser im Eimer nicht regelmäßig gewechselt wird, lagert sich ein Grauschleier (Zementschleier) über der eigentlichen Fugenfarbe ab.

3. Einflüsse des Untergrunds

  • Unterschiedliche Saugfähigkeit der Flanken: Wenn die Fliesenkanten unterschiedlich stark saugen (z. B. bei Naturstein oder unglasierten Fliesen), wird dem Mörtel das Wasser ungleichmäßig entzogen, was zu Farbschwankungen führt.
  • Restfeuchte im Untergrund: Wenn der Fliesenkleber noch nicht vollständig ausgetrocknet ist, wandert Feuchtigkeit in die Fuge nach. Dies kann zu dunklen Verfärbungen oder Kalkausblühungen führen.
  • Klebereste in der Fuge: Wenn die Fugen vor dem Verfugen nicht gleichmäßig tief ausgekratzt wurden, reagiert der Fugenmörtel an Stellen, wo noch Kleber sitzt, anders als an tiefen Stellen. Auch die Farbe des Klebers kann durchscheinen.

4. Umgebungs- und Trocknungsbedingungen

  • Zugluft und Temperaturunterschiede: Wenn ein Teil des Raums in der Sonne liegt und ein anderer im Schatten, trocknet der Mörtel unterschiedlich schnell. Schnelle Trocknung führt oft zu helleren Farbtönen, langsame Trocknung zu dunkleren.
  • Ungleichmäßige Belüftung: In Ecken oder unter Heizkörpern trocknet die Fuge anders als auf der freien Fläche.

5. Ausblühungen (Kalkablagerungen)

  • Bei zementären Fugenstoffen kann es zu kristallinen, weißen Ablagerungen an der Oberfläche kommen. Dies geschieht, wenn gelöster Kalk durch verdunstendes Wasser an die Oberfläche transportiert wird und dort mit CO2 aus der Luft reagiert.

6. Produktbedingte Ursachen

  • Unterschiedliche Chargennummern: Pigmentierte Baustoffe können von Charge zu Charge leichte Farbunterschiede aufweisen. Man sollte für ein Projekt immer Produkte mit derselben Chargennummer verwenden.
  • Überlagerte Ware: Wenn der Fugenmörtel zu alt ist oder feucht gelagert wurde, können die chemischen Zusätze und Pigmente ihre Wirkung verlieren.

Tipps zur Vermeidung:

  1. Exakt nach Waage anmischen: Immer das gleiche Verhältnis von Wasser zu Pulver einhalten.
  2. Reifezeit beachten: Den Mörtel nach dem ersten Anrühren kurz stehen lassen (ca. 3–5 Min.) und dann erneut durchmischen.
  3. Fugen sauber auskratzen: Vor dem Verfugen sicherstellen, dass die Fugen gleichmäßig tief und frei von Kleberesten sind.
  4. Schwamm gut ausdrücken: Beim Waschen so wenig Wasser wie möglich verwenden (der Schwamm sollte nur feucht, nicht nass sein).
  5. Gleichmäßiges Raumklima: Zugluft vermeiden und direkte Sonneneinstrahlung während der Trocknung verhindern.