Welche gesundheitsschädlichen Chemikalien können in Papier-Trinkhalmen enthalten sein?

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Lange Zeit galten Papier-Trinkhalme als die umweltfreundliche Alternative zu Plastikstrohhalmen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sie oft eine Reihe von Chemikalien enthalten, die potenziell gesundheitsschädlich sein können.

Hier sind die wichtigsten Stoffgruppen, die in Papier-Trinkhalmen nachgewiesen wurden:

1. PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen)

Dies ist die am häufigsten diskutierte Gruppe von Chemikalien in Papierhalmen. PFAS werden oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie in der Umwelt und im menschlichen Körper kaum abgebaut werden.

  • Warum sind sie enthalten? Sie werden verwendet, um das Papier wasser- und fettabweisend zu machen, damit der Strohhalm im Getränk nicht sofort aufweicht.
  • Gesundheitsrisiken: Sie stehen im Verdacht, das Immunsystem zu schwächen, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen, Schilddrüsenerkrankungen zu verursachen und das Risiko für bestimmte Krebsarten zu erhöhen.
  • Studienlage: Eine belgische Studie aus dem Jahr 2023 fand PFAS in 90 % der getesteten Papier-Trinkhalme.

2. Chlorpropanole (z. B. 3-MCPD und DCP)

Diese Stoffe können entstehen, wenn Papier mit speziellen Mitteln behandelt wird, um die Reißfestigkeit im nassen Zustand zu erhöhen.

  • Warum sind sie enthalten? Durch sogenannte Nassfestmittel (Epichlorhydrinharze), die verhindern, dass der Halm im Mund zerfällt.
  • Gesundheitsrisiken: 3-MCPD gilt als potenziell krebserregend und kann in hohen Dosen die Nieren schädigen.

3. Formaldehyd

Auch Formaldehyd kann als Bestandteil von Klebstoffen oder Nassfestigkeitsmitteln in das Produkt gelangen.

  • Gesundheitsrisiken: Formaldehyd ist als krebserregend eingestuft und kann Allergien auslösen. In Trinkhalmen ist die Menge meist gering, aber da der Halm direkten Kontakt mit Schleimhäuten hat, ist dies dennoch relevant.

4. Mineralölrückstände (MOSH/MOAH)

Diese Stoffe gelangen oft über Recyclingpapier in die Produkte.

  • Warum sind sie enthalten? Wenn für die Strohhalme Recyclingkarton verwendet wird, können Rückstände von Druckfarben aus Zeitungen (die Mineralöle enthalten) im Papier verbleiben.
  • Gesundheitsrisiken: MOSH (gesättigte Kohlenwasserstoffe) können sich in Organen anreichern; MOAH (aromatische Kohlenwasserstoffe) stehen im Verdacht, das Erbgut zu verändern und krebserregend zu sein.

5. Schwermetalle

In einigen farbigen oder bedruckten Papierstrohhalmen wurden Spuren von Schwermetallen gefunden.

  • Stoffe: Blei, Cadmium oder Chrom.
  • Gesundheitsrisiken: Schwermetalle sind neurotoxisch (schädigen das Nervensystem) und können sich langfristig im Körper anreichern.

Wie hoch ist das Risiko?

Die Konzentrationen dieser Stoffe sind in einem einzelnen Strohhalm meist sehr gering. Das Hauptproblem ist jedoch die Bioakkumulation (insbesondere bei PFAS): Da diese Stoffe nicht abgebaut werden, summiert sich die Belastung über die Jahre durch verschiedene Quellen (Verpackungen, Kleidung, Pfannenpfannenbeschichtungen).

Empfehlungen für Verbraucher:

Wenn Sie die chemische Belastung minimieren möchten, gibt es sicherere Alternativen:

  1. Edelstahl-Strohhalme: Langlebig, geschmacksneutral und leicht zu reinigen.
  2. Glas-Strohhalme: Hygienisch, chemisch völlig unbedenklich und man sieht, ob sie sauber sind.
  3. Mehrweg-Silikon-Halme: (Achten Sie hier auf medizinisches Silikon).
  4. „Makkaroni-Strohhalme“: Rohe Nudeln als Einweg-Alternative (enthalten meist nur Mehl und Wasser).
  5. Verzicht: Oft braucht man gar keinen Strohhalm.

Fazit: Papier-Trinkhalme sind oft weder so ökologisch (wegen der PFAS-Belastung in der Umwelt) noch so gesundheitlich unbedenklich, wie sie vermarktet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Glas oder Edelstahl.

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