Welche Gesundheits- und Fitnessdaten können Smartwatches messen?

Melden

Moderne Smartwatches sind mittlerweile kleine Gesundheitszentren am Handgelenk. Die Technologie hat sich von einfachen Schrittzählern zu komplexen Diagnosewerkzeugen entwickelt.

Hier ist eine Übersicht der Daten, die aktuelle Smartwatches (je nach Modell und Hersteller) messen können, unterteilt in verschiedene Kategorien:

1. Herz-Kreislauf-Daten

  • Herzfrequenz (Puls): Kontinuierliche Messung der Schläge pro Minute (bpm).
  • Ruhepuls: Ein wichtiger Indikator für die allgemeine Fitness und Erholung.
  • EKG (Elektrokardiogramm): Erkennt Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern (z. B. Apple Watch, Samsung Galaxy Watch, Google Pixel Watch).
  • Herzfrequenzvariabilität (HRV): Misst die Zeitabstände zwischen den Herzschlägen; ein wichtiger Wert für Stresslevel und Regenerationsstatus.
  • Blutdruck: Einige Modelle (z. B. von Samsung oder Huawei) können den Blutdruck schätzen, benötigen aber oft eine regelmäßige Kalibrierung mit einem echten Manschettengerät.

2. Aktivität und Fitness

  • Schrittzählung: Der Klassiker über Beschleunigungssensoren.
  • Kalorienverbrauch: Schätzung basierend auf Bewegung und Herzfrequenz.
  • Zurückgelegte Distanz: Über GPS (für Laufen, Radfahren, Schwimmen).
  • Etagen/Höhenmeter: Über einen barometrischen Höhenmesser.
  • VO2max: Ein Schätzwert für die maximale Sauerstoffaufnahme, der die kardiovaskuläre Ausdauer beschreibt.
  • Automatisches Trainingstracking: Erkennt, ob man gerade geht, rennt oder Rad fährt.

3. Blutwerte und Atmung

  • Blutsauerstoffsättigung (SpO2): Misst mittels Lichtsensoren den Sauerstoffgehalt im Blut (wichtig zur Erkennung von Schlafapnoe oder Höhenkrankheit).
  • Atemfrequenz: Anzahl der Atemzüge pro Minute, oft während des Schlafs gemessen.
  • Blutzucker (Zukunftsmusik/indirekt): Es gibt noch keine marktreifen Uhren, die den Blutzucker nicht-invasiv (ohne Stechen) messen können, aber viele Uhren lassen sich mit CGM-Sensoren (Continuous Glucose Monitoring) koppeln, um die Daten anzuzeigen.

4. Schlaf-Tracking

  • Schlafdauer: Gesamte Zeit im Schlaf.
  • Schlafphasen: Aufteilung in Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Phasen.
  • Schlafqualität (Sleep Score): Eine Bewertung, wie erholsam der Schlaf war.
  • Schnarch-Erkennung: Oft über das Mikrofon des verbundenen Smartphones oder der Uhr selbst.

5. Stress und Mentale Gesundheit

  • Stress-Level: Wird meist über die Herzfrequenzvariabilität (HRV) berechnet.
  • EDA-Scan (Elektrodermale Aktivität): Misst die Feuchtigkeit der Haut (Schweißdrüsenaktivität) als Reaktion auf Stress (z. B. Fitbit Sense).
  • Geführte Atemübungen: Die Uhr nutzt die Daten, um den Nutzer zur Beruhigung anzuleiten.

6. Frauengesundheit

  • Zyklus-Tracking: Protokollierung der Periode.
  • Hauttemperatur-Messung: High-End-Modelle (Apple Watch Series 8/Ultra, Samsung Watch 5/6) nutzen Temperatursensoren, um den Eisprung im Nachhinein präziser zu bestimmen oder Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

7. Sicherheit und Notfall

  • Sturzerkennung: Die Uhr erkennt harte Stürze und kann automatisch Notrufe absetzen.
  • Unfallerkennung: Speziell für Autounfälle (z. B. bei neueren Apple Watches).
  • Umgebungsgeräusche: Warnung vor zu hoher Lärmbelastung, die das Gehör schädigen könnte.

Wie messen die Uhren das? (Die Technik)

  • PPG-Sensoren (Optisch): Grüne oder rote LEDs leuchten in die Haut, Sensoren messen das reflektierte Licht, um den Blutfluss zu analysieren (Puls, SpO2).
  • Beschleunigungs- und Gyrosensoren: Messen Bewegungen in alle Richtungen.
  • Elektrische Sensoren: Für EKG und Körperzusammensetzung (Bioelektrische Impedanzanalyse bei Samsung).
  • Barometer: Misst den Luftdruck für die Höhe.

Wichtiger Hinweis:

Obwohl moderne Smartwatches sehr präzise sind, handelt es sich (außer bei explizit als Medizinprodukt zertifizierten Funktionen wie dem EKG) meist um Fitnesstools und nicht um medizinische Diagnosegeräte. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

0