Sind die meisten Smartwatches wasserfest oder sogar wasserdicht?
Die kurze Antwort lautet: Ja, die meisten modernen Smartwatches sind wasserfest, aber es gibt große Unterschiede darin, wie wasserdicht sie tatsächlich sind.
Man muss hier zwischen „spritzwassergeschützt“ (Regen, Händewaschen) und „wasserdicht“ (Schwimmen, Tauchen) unterscheiden. Um das zu verstehen, helfen die zwei gängigen Zertifizierungen: IP-Ratings und ATM.
Hier ist die Übersicht:
1. Der Standard: IP-Zertifizierung (z. B. IP68)
Die meisten günstigeren Smartwatches und Fitness-Tracker haben eine IP-Zertifizierung.
- IP67: Die Uhr verträgt kurzes Untertauchen (bis zu 1 Meter für maximal 30 Minuten). Gut für Regen oder wenn sie mal ins Waschbecken fällt.
- IP68: Dies ist der Standard für viele moderne Smartwatches (wie die Samsung Galaxy Watch oder ältere Apple Watches). Sie sind gegen dauerndes Untertauchen geschützt (meist bis 1,5 Meter Tiefe für 30 Minuten).
- Wichtig: IP68 ist nicht zum Schwimmen in tiefem Wasser oder für Wassersport mit hoher Geschwindigkeit (z. B. Wasserski) gedacht.
2. Der Sport-Standard: ATM (Physikalische Atmosphären)
Hochwertige Smartwatches, die explizit zum Schwimmen gedacht sind, nutzen die ATM-Angabe.
- 5 ATM (50 Meter): Das ist der heutige Standard für fast alle Marken-Smartwatches (Apple Watch Series 9, Garmin Forerunner etc.). Man kann damit bedenkenlos im Pool oder im flachen Wasser schwimmen.
- 10 ATM (100 Meter): Diese Uhren sind robuster und eignen sich für Schnorcheln und schnellen Wassersport (z. B. die Apple Watch Ultra oder Garmin Fenix).
- 20 ATM oder mehr: Diese sind für echtes Gerätetauchen ausgelegt.
Wichtige Einschränkungen (Das Kleingedruckte)
Auch wenn eine Uhr als wasserdicht gilt, gibt es Gefahren, die die Dichtungen zerstören können:
- Seife und Shampoo: Duschgel und Shampoo verringern die Oberflächenspannung des Wassers und können die Dichtungen angreifen. Es wird oft empfohlen, die Uhr nicht unter der Dusche zu tragen.
- Salzwasser: Meerwasser ist aggressiv. Wenn du mit der Uhr im Meer warst, musst du sie danach unbedingt mit Süßwasser abspülen, da sonst Salzkristalle die Dichtungen oder Knöpfe beschädigen.
- Wasserdampf (Sauna/Heißes Bad): Die meisten Smartwatches sind nicht für die Sauna geeignet. Hitze dehnt das Gehäuse aus, und der feine Wasserdampf kann eher eindringen als flüssiges Wasser.
- Alterung: Die Wasserdichtigkeit ist keine bleibende Eigenschaft. Mit der Zeit (nach 2–3 Jahren) können die Dichtungen spröde werden, besonders wenn die Uhr oft in der Sonne oder in Kontakt mit Chemikalien war.
Fazit
- Günstige Modelle/Tracker: Meist nur spritzwassergeschützt (Regen okay, Schwimmen riskant).
- Mittelklasse bis Oberklasse (Apple, Samsung, Huawei): Fast immer zum Schwimmen geeignet (5 ATM).
- Outdoor-Spezialisten (Garmin, Apple Watch Ultra): Sehr wasserdicht, auch für Tauchgänge oder Wassersport geeignet.
Tipp: Schau vor dem ersten Schwimmbadbesuch immer kurz in die Bedienungsanleitung oder die technischen Daten auf der Herstellerseite. Dort steht meist explizit, ob "Schwimmen in flachem Wasser" erlaubt ist.