Welche gesundheitlichen Risiken entstehen durch das Einatmen von Feuerzeuggas?
Das Einatmen von Feuerzeuggas (in der Regel ein Gemisch aus Butan, Propan und Isobutan) ist extrem gefährlich und kann bereits beim ersten Mal tödlich enden. Die Risiken sind vielfältig und betreffen sowohl sofortige als auch langfristige gesundheitliche Schäden.
Hier sind die wichtigsten Risiken im Überblick:
1. Akute Lebensgefahr (Sofortige Risiken)
- Herzstillstand (Sudden Sniffing Death Syndrome): Dies ist das größte Risiko. Das Gas macht den Herzmuskel extrem empfindlich gegenüber Adrenalin. Wenn sich die Person erschreckt, körperlich anstrengt oder in Panik gerät, kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen und einem plötzlichen Herzstillstand kommen – auch bei völlig gesunden jungen Menschen.
- Sauerstoffmangel (Erstickungsgefahr): Das Gas verdrängt den Sauerstoff in der Lunge und im Blut. Dies führt zu Bewusstlosigkeit und kann innerhalb weniger Minuten zum Tod durch Ersticken führen, da das Gehirn nicht mehr versorgt wird.
- Erfrierungen: Feuerzeuggas steht unter Druck und ist sehr kalt, wenn es austritt. Beim direkten Inhalieren aus der Kartusche können Mund, Rachen, Kehlkopf und die Lungenbläschen schockartig einfrieren. Dies kann zu lebensgefährlichen Schwellungen (Ödemen) der Atemwege führen.
- Vagus-Reflex: Die Reizung der Atemwege durch das kalte Gas kann einen Reflex auslösen, der die Herzfrequenz schlagartig senkt oder das Herz ganz stoppen lässt.
2. Neurologische und psychische Auswirkungen
- Zerstörung von Gehirnzellen: Die Gase sind fettlöslich und lagern sich direkt im Fettgewebe des Gehirns ab. Dies zerstört die Schutzschicht der Nervenbahnen (Myelinschicht).
- Symptome beim Rausch: Schwindel, Halluzinationen, Orientierungslosigkeit, Krampfanfälle und Bewusstseinstrübung.
- Unfallgefahr: Durch die Halluzinationen und den Kontrollverlust kommt es häufig zu schweren Stürzen oder Unfällen.
3. Langfristige Schäden (bei wiederholtem Konsum)
- Dauerhafte Hirnschäden: Gedächtnisverlust, Konzentrationsstörungen, Sprachstörungen und eine irreparable Minderung der Intelligenz.
- Organschäden: Chronische Schäden an Leber, Nieren und Knochenmark.
- Psychische Abhängigkeit: Es kann sich sehr schnell ein starkes Verlangen nach dem Rausch entwickeln.
- Wesensveränderung: Betroffene leiden häufig unter Depressionen, Angstzuständen oder Aggressivität.
4. Brand- und Explosionsgefahr
Da Butan und Propan hochentzündlich sind, besteht beim Hantieren mit Feuerzeuggas ein massives Risiko für schwere Verbrennungen oder Explosionen, falls eine Zündquelle (z. B. eine Zigarette oder statische Aufladung) in der Nähe ist.
Fazit: Das Inhalieren von Feuerzeuggas ist kein harmloser Kick, sondern ein Spiel mit dem Leben. Da die Dosierung nicht kontrollierbar ist und der Körper unvorhersehbar reagiert, gibt es keinen "sicheren" Konsum.
Wenn du oder jemand, den du kennst, Probleme mit dem Konsum von Schnüffelstoffen hat, suche bitte professionelle Hilfe bei einer Drogenberatungsstelle oder einem Arzt. In einem akuten Notfall wähle sofort die 112.