Welche Gefahren bestehen, wenn man ohne zusätzliche Unterstellböcke unter einem nur per Wagenheber angehobenen Auto arbeitet?

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Das Arbeiten unter einem Fahrzeug, das ausschließlich durch einen Wagenheber gestützt wird, ist lebensgefährlich. Wagenheber sind als reine Hebezeuge konzipiert, nicht als stabile Stützvorrichtungen für längere Arbeiten.

Hier sind die spezifischen Gefahren im Detail:

1. Technisches Versagen des Wagenhebers

  • Hydraulikversagen: Bei hydraulischen Wagenhebern (Rangier- oder Stempelheber) kann jederzeit eine Dichtung nachgeben oder ein Ventil undicht werden. Der Druck entweicht schlagartig oder langsam, und das Auto senkt sich unkontrolliert ab.
  • Mechanisches Versagen: Bei Scherenwagenhebern kann das Gewinde der Spindel brechen oder sich verstellen, besonders wenn sie bereits etwas abgenutzt oder schlecht geschmiert sind.
  • Materialbruch: Billige oder überlastete Wagenheber können physisch einknicken oder brechen.

2. Instabilität und Wegrutschen

  • Kleine Standfläche: Ein Wagenheber hat eine sehr kleine Kontaktfläche zum Boden und zum Auto. Schon minimale Bewegungen können dazu führen, dass das Auto vom Heber rutscht.
  • Wegrollen des Fahrzeugs: Wenn das Auto angehoben wird, verändert sich der Schwerpunkt. Wenn die Räder auf der anderen Achse nicht perfekt gesichert sind, kann das Auto vorwärts oder rückwärts rollen und den Heber einfach umknicken oder unter dem Auto "wegschießen".
  • Hebelkräfte beim Arbeiten: Wenn Sie unter dem Auto liegen und fest an einer verrosteten Schraube ziehen oder drücken, bringen Sie Schwingungen und seitliche Kräfte in das System. Ein Wagenheber ist nicht gegen seitliche Kräfte gesichert und kippt leicht um.

3. Untergrundprobleme

  • Nachgeben des Bodens: Auf Asphalt (besonders im Sommer bei Hitze) oder auf weichem Untergrund kann der Wagenheber langsam einsinken. Dadurch gerät er in Schräglage und bricht unter der Last zusammen oder rutscht weg.

4. Die Folgen für den Menschen

Falls das Auto herunterfällt, während sich jemand darunter befindet, sind die Folgen meist fatal:

  • Quetschungen und Trümmerbrüche: Besonders an Brustkorb, Becken oder Extremitäten.
  • Erstickungsgefahr: Wenn das Gewicht des Autos auf den Brustkorb drückt, kann die Person nicht mehr atmen. Selbst wenn man nicht sofort stirbt, führt der Druck zur sogenannten Kompressionsasphyxie.
  • Tödliche Verletzungen: In den meisten Fällen führt das Herabstürzen eines Autos auf eine darunter liegende Person zum Tod oder zu schwersten dauerhaften Behinderungen.

So arbeiten Sie sicher:

  1. Unterstellböcke verwenden: Sobald das Auto angehoben ist, müssen immer zertifizierte Unterstellböcke unter die dafür vorgesehenen Aufnahmepunkte des Rahmens gestellt werden. Erst wenn das Gewicht des Autos voll auf den Böcken lastet, ist es sicher.
  2. Gegen Wegrollen sichern: Legen Sie Keile vor und hinter die Räder, die am Boden bleiben. Ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie einen Gang ein.
  3. Zusatzsicherung: Ein beliebter Trick unter Mechanikern ist es, das abmontierte Rad flach unter das Auto (nahe der Arbeitsstelle unter den Schweller) zu legen. Sollten alle Stricke reißen, fällt das Auto auf die Felge und lässt evtl. genug Platz zum Überleben.
  4. Stabilitätstest: Rütteln Sie kräftig am Auto, bevor Sie sich darunterlegen. Wenn es jetzt wackelt, würde es das später auch tun – nur dass Sie dann nicht mehr ausweichen können.

Merke: Ein Wagenheber hebt das Auto nur hoch. Den Aufenthalt unter dem Auto sichern nur die Böcke!

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