Welche frischen Kräuter lassen sich problemlos auch in der Wohnung auf einer Fensterbank ohne direkte Sonneneinstrahlung züchten?
Kräuter, die ohne direkte Sonneneinstrahlung auskommen, sind meist solche, die ursprünglich am Waldrand oder in feuchten Wiesen gedeihen. Auf einer Fensterbank (z. B. Nord- oder Ostseite) ohne pralle Sonne fühlen sich vor allem Kräuter wohl, die Halbschatten oder hellen Schatten bevorzugen.
Hier sind die besten Kräuter für diesen Standort:
1. Minze (Mentha)
Minze ist extrem robust und wuchert fast überall. Sie braucht kein direktes Sonnenlicht, um ihr Aroma zu entfalten.
- Vorteil: Sehr pflegeleicht und ausdauernd.
- Tipp: Minze braucht viel Wasser. Da sie stark wächst, sollte sie einen eigenen Topf bekommen, damit sie andere Kräuter nicht verdrängt.
2. Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch ist ein klassisches Halbschatten-Kraut. Er wächst auch an kühleren, weniger sonnigen Plätzen sehr gut.
- Vorteil: Er ist mehrjährig und sehr unkompliziert.
- Tipp: Regelmäßig schneiden, das regt das Wachstum an. Die Erde sollte immer leicht feucht sein.
3. Petersilie (Petroselinum crispum)
Petersilie mag es lieber hell, verträgt aber keine pralle Mittagssonne, da ihre Blätter sonst gelb werden können. Ein heller Platz ohne direkte Sonne ist ideal.
- Vorteil: Unverzichtbar in der Küche.
- Tipp: Petersilie keimt sehr langsam. Es empfiehlt sich, im Gartencenter bereits vorgezogene Töpfchen zu kaufen.
4. Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Diese Pflanze ist sehr genügsam und passt sich fast allen Lichtverhältnissen an. Sie wächst im Schatten zwar etwas langsamer als in der Sonne, behält aber ihr tolles Aroma.
- Vorteil: Sehr resistent gegen Krankheiten.
- Tipp: Die Blätter schmecken frisch am besten in Tees oder Desserts.
5. Kerbel (Anthriscus cerefolium)
Kerbel ist ein feines Küchenkraut, das Halbschatten sogar lieber mag als volle Sonne. In der prallen Sonne fängt er schnell an zu blühen und verliert dann an Aroma.
- Vorteil: Wächst schnell und ist sehr aromatisch.
- Tipp: Die Erde sollte nie ganz austrocknen.
6. Waldmeister (Galium odoratum)
Wie der Name schon sagt, ist Waldmeister eine Waldpflanze. Er liebt Schatten und braucht keine direkte Sonne.
- Besonderheit: Er ist eher ein saisonales Kraut für das Frühjahr.
- Tipp: Waldmeister duftet erst richtig intensiv, wenn er leicht angewelkt ist.
7. Gartenkresse
Kresse ist der "Notnagel" für dunkle Ecken. Sie braucht fast gar kein Licht und wächst sogar auf feuchter Watte oder Küchenpapier.
- Vorteil: Ernte nach wenigen Tagen.
- Tipp: Ideal für Kinder oder wenn man sofort ein Ergebnis sehen will.
Wichtige Tipps für die Kräuterzucht ohne direkte Sonne:
- Gießen: Pflanzen im Schatten verdunsten weniger Wasser als in der Sonne. Achten Sie darauf, sie nicht zu "ertränken" (Staunässe vermeiden!).
- Licht: "Ohne direkte Sonne" bedeutet nicht "stockfinster". Der Raum sollte tagsüber trotzdem Tageslicht haben. Ein Nordfenster ist meist völlig ausreichend.
- Heizungsluft: Da Fensterbänke oft über Heizungen liegen, ist die Luft im Winter sehr trocken. Besprühen Sie die Kräuter gelegentlich mit etwas kalkfreiem Wasser.
- Drehen: Drehen Sie die Töpfe alle paar Tage um 180 Grad, damit die Pflanzen nicht zu einseitig in Richtung des spärlichen Lichts wachsen ("Vergeilen").
Was nicht funktioniert: Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei oder Lavendel. Diese benötigen zwingend mehrere Stunden direktes Sonnenlicht, um ätherische Öle zu bilden; im Schatten verkümmern sie oder gehen ein.