Welche frischen Kräuter eignen sich am besten zum Einfrieren und welche verlieren dabei ihre Textur?
Das Einfrieren ist eine hervorragende Methode, um das Aroma von Kräutern über Monate zu bewahren. Allerdings verändert die Kälte die Zellstruktur der Pflanzen, was dazu führt, dass fast alle Kräuter nach dem Auftauen ihre Knackigkeit verlieren.
Hier ist eine Übersicht, welche Kräuter sich wie verhalten:
1. Kräuter, die sich sehr gut zum Einfrieren eignen
Diese Kräuter behalten ihr Aroma fast vollständig bei und lassen sich nach dem Auftauen (oder direkt im gefrorenen Zustand) wunderbar zum Kochen verwenden:
- Schnittlauch: Behält sein Aroma sehr gut. Er sollte vor dem Einfrieren bereits in Röllchen geschnitten werden.
- Petersilie: Einer der Klassiker. Sie bleibt geschmacksintensiv, verliert aber ihre Form (daher eher für Saucen/Suppen als für Deko).
- Dill: Behält seine feine Note und lässt sich gefroren sogar besser portionieren.
- Bärlauch: Ideal zum Einfrieren, da die Saison kurz ist. Das Aroma bleibt stark erhalten.
- Liebstöckel (Maggikraut): Sehr robust, behält seine Würzkraft.
- Thymian & Rosmarin: Diese "harten" Kräuter lassen sich sogar im Ganzen (am Zweig) einfrieren. Sie behalten ihr Aroma sehr gut, da sie von Natur aus weniger Wasser enthalten.
- Minze: Behält ihren Geschmack für Tees oder Cocktails, wird aber dunkel und weich.
2. Kräuter, die ihre Textur (und Farbe) extrem verlieren
Diese Kräuter werden beim Auftauen oft matschig, braun oder verlieren ihr spezielles Aroma:
- Basilikum: Das wohl empfindlichste Kraut. Die Blätter werden im Gefrierfach innerhalb kurzer Zeit schwarz und schleimig. Tipp: Basilikum lieber als Pesto einfrieren oder kleingehackt direkt in Olivenöl in Eiswürfelbehältern einfrieren.
- Melisse: Sie verliert beim Einfrieren schnell ihr zitroniges Aroma und verfärbt sich dunkel.
- Koriander: Er verliert seine frische, seifig-zitrusartige Note und wird sehr matschig. Frisch schmeckt er deutlich besser.
Tipps für das beste Ergebnis
1. Die "Eiswürfel-Methode" (Beste Methode für Aroma & Farbe): Hacken Sie die Kräuter fein und füllen Sie sie in einen Eiswürfelbehälter. Gießen Sie entweder etwas Wasser oder (noch besser) Olivenöl darüber.
- Vorteil: Das Öl schützt die Kräuter vor Sauerstoff (verhindert Braunwerden) und man kann den Würfel direkt in die Pfanne oder den Topf werfen.
2. Trockenheit ist wichtig: Wenn Sie Kräuter "trocken" einfrieren (z.B. in Gefrierbeuteln), müssen sie nach dem Waschen absolut trocken sein (Salatschleuder oder Küchentuch). Wenn sie feucht eingefroren werden, bilden sich Eiskristalle, die die Zellen zerstören, und die Kräuter kleben zu einem Klumpen zusammen.
3. Nicht auftauen: Geben Sie gefrorene Kräuter immer direkt in das heiße Gericht. Wenn man sie erst auf einem Teller auftauen lässt, werden sie unansehnlich und verlieren Saft und Aroma.
4. Als Deko ungeeignet: Egal wie gut man sie einfriert: Als frische Dekoration auf einem Salat taugen gefrorene Kräuter nicht mehr, da sie ihre Struktur verloren haben und schlaff wirken. Nutzen Sie sie ausschließlich zum Würzen von warmen Speisen, Dips oder Dressings.