Welche Folgen hat eine falsche Platzierung der Unterlegkeile entgegen der Gefällerichtung?

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Wenn Unterlegkeile fälschlicherweise entgegen der Gefällerichtung (also auf der bergauf gewandten Seite der Räder) platziert werden, hat dies schwerwiegende Sicherheitsrisiken und rechtliche Konsequenzen.

Hier sind die spezifischen Folgen im Detail:

1. Unwirksamkeit der Sicherung (Wegrollgefahr)

Die Hauptfunktion des Unterlegkeils ist es, ein Wegrollen des Fahrzeugs durch Formschluss zu verhindern. Wenn der Keil auf der falschen Seite liegt, kann er die Schwerkraft, die das Fahrzeug hangabwärts zieht, nicht blockieren.

  • Folge: Sollte die Feststellbremse versagen oder sich der Druckluftvorrat (bei Lkw) über längere Zeit abbauen, setzt sich das Fahrzeug ungehindert in Bewegung.

2. Unkontrolliertes Wegrollen

Ein Fahrzeug, das einmal in Rollen gerät, entwickelt aufgrund seiner Masse (insbesondere bei Lkw oder Anhängern) innerhalb weniger Meter eine enorme kinetische Energie.

  • Folge: Schwere Unfälle mit Sachschäden (Kollision mit anderen Fahrzeugen, Gebäuden) oder lebensgefährlichen Personenschäden.

3. Überlastung der Feststellbremse

Eigentlich sollen Unterlegkeile die Feststellbremse unterstützen bzw. als zusätzliche Sicherheit dienen.

  • Folge: Die gesamte Last des Fahrzeugs liegt allein auf der Bremse oder dem Getriebe (P-Stellung). Bei extremem Gefälle oder technischen Defekten gibt es keine "zweite Verteidigungslinie".

4. Rechtliche Konsequenzen (Ordnungswidrigkeit)

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO § 41) und die Unfallverhütungsvorschriften (DGUV) schreiben vor, wie Fahrzeuge zu sichern sind.

  • Folge: Bei einer Kontrolle kann dies als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Werden andere gefährdet, drohen Bußgelder und Punkte.

5. Verlust des Versicherungsschutzes

Versicherungen prüfen nach einem Schadensfall genau, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß gesichert war.

  • Folge: Das Platzieren gegen die Gefällerichtung wird als grobe Fahrlässigkeit gewertet. Die Kaskoversicherung kann die Zahlung kürzen oder ganz verweigern. Die Haftpflichtversicherung reguliert zwar den Schaden des Opfers, kann aber beim Fahrzeughalter Regress nehmen (das Geld zurückfordern).

6. Gefahr beim Ankuppeln (bei Anhängern)

Besonders gefährlich ist die falsche Platzierung bei Anhängern. Wenn ein Anhänger abgekoppelt wird und die Keile falsch liegen:

  • Folge: Der Anhänger kann im Moment des Trennens von der Zugmaschine wegrollen, was oft zu Quetschungen des Personals zwischen Zugfahrzeug und Anhänger führt.

Zusammenfassung: So ist es richtig

  • Gefälle (bergab): Keile vor die Räder der Vorderachse (oder die vorderste Achse).
  • Steigung (bergauf): Keile hinter die Räder der Hinterachse (oder die hinterste Achse).
  • Im Zweifel: Bei schweren Fahrzeugen oder unklarem Untergrund sollten Keile oft paarweise (vor und hinter das Rad) gelegt werden, um Bewegungen in beide Richtungen zu unterbinden.

Merksatz: Der Keil muss immer dorthin, wo das Fahrzeug hinrollen will.

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