Welche Dosierung wird bei akutem Durchfall empfohlen?
Bei der Behandlung von akutem Durchfall hängt die Dosierung stark vom gewählten Wirkstoff ab. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob man die Symptome kurzfristig stoppen möchte oder die Darmflora unterstützen will.
Wichtiger Hinweis vorab: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Wenn Blut im Stuhl ist, hohes Fieber vorliegt oder der Durchfall länger als drei Tage anhält, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Hier sind die gängigsten Mittel und deren übliche Dosierung für Erwachsene:
1. Elektrolytersatz (Wichtigste Maßnahme)
Der wichtigste Schritt ist der Ersatz von Flüssigkeit und Salzen.
- Präparate: z. B. Elotrans, Oralpädon.
- Dosierung: Je nach Bedarf und Flüssigkeitsverlust. Meist wird der Inhalt eines Beutels in 200 ml Wasser gelöst und nach jedem flüssigen Stuhlgang getrunken.
2. Loperamid (z. B. Imodium)
Loperamid verlangsamt die Darmbewegung („Lähmung“ des Darms), damit der Körper mehr Wasser aus dem Stuhl zurückgewinnen kann.
- Erstdosis: 2 Hartkapseln (insgesamt 4 mg).
- Folgedosis: Falls der Durchfall anhält, nach jedem weiteren ungeformten Stuhl 1 Hartkapsel (2 mg).
- Tageshöchstdosis: Für die Selbstmedikation maximal 6 Kapseln (12 mg) pro Tag.
- Dauer: Ohne ärztliche Aufsicht nicht länger als 2 Tage einnehmen.
3. Racecadotril (z. B. Vaprino)
Dieser Wirkstoff hemmt die übermäßige Absonderung von Wasser in den Darm, ohne die Darmbewegung zu stoppen.
- Dosierung: 1-mal 100 mg (1 Kapsel) zu Beginn, danach 3-mal täglich 100 mg (vorzugsweise vor den Hauptmahlzeiten).
- Dauer: Maximal 3 Tage in der Selbstmedikation.
4. Medizinische Hefe (z. B. Perenterol)
Hefe bindet Bakterien und hilft beim Aufbau der Darmflora.
- Dosierung: Meist 1 bis 2 Kapseln (à 250 mg) täglich mit ausreichend Flüssigkeit.
- Vorteil: Auch zur Vorbeugung (z. B. bei Reisen) geeignet.
5. Aktivkohle (z. B. Kohle-Compretten)
Bindet Giftstoffe im Darm.
- Dosierung: Hier ist eine vergleichsweise hohe Menge nötig. Bei Durchfall werden oft 3 bis 4 Tabletten mehrmals täglich empfohlen (bis zu 3-4 Mal am Tag). Die Tabletten sollten in Wasser zerfallen gelassen und getrunken werden.
Was Sie noch beachten sollten:
- Kinder und Senioren: Bei Kindern und älteren Menschen ist die Gefahr der Austrocknung sehr hoch. Hier sollte die Dosierung streng nach Packungsbeilage oder ärztlicher Anweisung erfolgen (Loperamid ist für Kleinkinder oft nicht geeignet).
- Ursachenbekämpfung: Medikamente wie Loperamid unterdrücken nur das Symptom. Wenn der Durchfall durch eine Infektion mit Bakterien (z. B. Salmonellen) verursacht wird, kann es manchmal sinnvoll sein, den Durchfall nicht sofort zu stoppen, damit die Erreger ausgeschieden werden.
- Ernährung: Während des akuten Schubs sind Schonkost (Zwieback, geriebener Apfel, Banane, Salzstangen) und Verzicht auf Milchprodukte, Fett und Kaffee ratsam.
Haben Sie Vorerkrankungen oder nehmen Sie andere Medikamente ein? Dann fragen Sie zur Sicherheit in der Apotheke nach Wechselwirkungen.