Welche Berufe gibt es in einer typischen Radio-Redaktion?

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In einer modernen Radio-Redaktion arbeiten viele verschiedene Spezialisten zusammen, um ein 24-Stunden-Programm auf die Beine zu stellen. Die Aufgaben reichen von der Recherche über die Technik bis hin zur Moderation.

Hier sind die wichtigsten Berufe und Rollen:

1. Die Leitungsebene

  • Programmdirektor/in: Er oder sie trägt die Gesamtverantwortung für den Sender, die strategische Ausrichtung und das Image.
  • Chefredakteur/in: Verantwortlich für die inhaltliche Qualität und die journalistische Linie der Nachrichten und Beiträge.

2. Die Organisation (Der „Maschinenraum“)

  • Chef vom Dienst (CvD): Er ist der „Manager des Tages“. Er entscheidet, welche Themen ins Programm kommen, koordiniert die Reporter und behält den Zeitplan im Auge.
  • Planungsredakteur/in: Schaut meist ein paar Tage oder Wochen voraus und plant Termine, Interviewgäste und Sondersendungen.

3. „On Air“ – Die Stimmen des Senders

  • Moderator/in: Das Gesicht (bzw. die Stimme) einer Sendung. Moderatoren führen durch das Programm, interviewen Gäste und sorgen für die Unterhaltung.
  • Nachrichtenredakteur/in / News-Anchor: Recherchiert, schreibt und präsentiert die Nachrichten (meist zur vollen oder halben Stunde).
  • Reporter/in: Ist vor Ort unterwegs, führt Interviews, macht Umfragen („Voxpops“) und berichtet live von Ereignissen.

4. Die inhaltliche Produktion

  • Redakteur/in: Recherchiert Themen, schreibt Skripte, führt Telefoninterviews und bereitet die Inhalte so auf, dass der Moderator sie präsentieren kann.
  • Musikredakteur/in: Einer der wichtigsten Jobs im Radio. Er/Sie entscheidet, welche Lieder in welcher Reihenfolge laufen, erstellt die Playlists und beobachtet die Charts.
  • Produzent/in (Sound-Design): Erstellt Jingles, Werbetrenner, Verpackungselemente und sorgt dafür, dass der Sender einen unverwechselbaren Klang hat.

5. Technik und Gestaltung

  • Mediengestalter/in Bild und Ton / Toningenieur/in: Kümmert sich um die technische Qualität, schneidet komplexe Beiträge und sorgt dafür, dass die Live-Schalten (z. B. aus dem Fußballstadion) funktionieren.
  • Sendeassistenz: Unterstützt den Moderator während der Sendung, bedient oft die Telefonanlage (Hörer-Anrufe) und hilft bei der Recherche im Studio.

6. Online und Social Media

  • Online-Redakteur/in: Überträgt die Radioinhalte ins Netz, schreibt Artikel für die Website und pflegt die Mediathek (Podcasts).
  • Social Media Manager/in: Interagiert mit der Community auf Instagram, Facebook oder TikTok und produziert Videos aus dem Studio.

7. Der Einstieg

  • Volontär/in: Das ist die klassische Ausbildung im Radio. Ein „Volo“ durchläuft in meist zwei Jahren alle Abteilungen und lernt das Handwerk von der Pike auf.
  • Praktikant/in: Unterstützt die Redaktion bei der Recherche und einfachen Aufgaben.

Besonderheiten je nach Sendergröße:

  • Bei kleinen privaten Sendern herrscht oft das Prinzip „Einer für alles“: Der Moderator fährt seine Sendung selbst (Selbstfahrer-Studio), schneidet seine Beiträge und schreibt seine Moderationen.
  • Bei großen öffentlich-rechtlichen Sendern (wie ARD-Anstalten) sind die Rollen oft strenger getrennt: Hier gibt es eigene Tontechniker, die am Mischpult sitzen, während der Moderator sich nur auf das Sprechen konzentriert.

Zusammenfassend: Während früher das Radio rein linear war, sind heute Rollen im Bereich Podcast-Produktion und Social Media massiv wichtig geworden, da Radio heute auch „gesehen“ werden will.

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