Warum ist die Lautstärke bei der Wiedergabe über einen FM-Transmitter oft deutlich leiser als beim normalen Radio?
Dass ein FM-Transmitter leiser ist als ein herkömmlicher Radiosender, hat mehrere technische, rechtliche und praktische Gründe. Hier sind die wichtigsten Ursachen zusammengefasst:
1. Fehlende Dynamikkompression (der Hauptgrund)
Professionelle Radiosender verwenden extrem teure Hardware-Prozessoren (sogenannte „Optimods“), um das Signal zu bearbeiten. Diese Geräte machen zwei Dinge:
- Limiting: Sie verhindern, dass das Signal zu laut wird und verzerrt.
- Kompression: Sie heben leise Passagen an und drücken laute Spitzen nach unten. Dadurch ist das Signal eines echten Radiosenders fast durchgehend auf dem maximal zulässigen Lautstärkepegel. Ein billiger FM-Transmitter für das Auto hat diese Technik nicht. Er überträgt das Signal „roh“, wodurch es im Vergleich viel leiser wirkt.
2. Rechtliche Grenzwerte (Frequenzhub)
In Deutschland (und der EU) ist die Sendeleistung von FM-Transmittern streng auf 50 nW (Nanowatt) begrenzt. Zudem darf der sogenannte Frequenzhub (die Auslenkung der Frequenz, die die Lautstärke bestimmt) einen gewissen Schwellenwert nicht überschreiten. Hersteller stellen die Geräte oft sehr konservativ (also leiser) ein, um sicherzugehen, dass sie die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten und keine Störungen auf benachbarten Frequenzen verursachen. Würden sie lauter senden, könnten sie die Zulassung verlieren.
3. Der Eingangspegel des Abspielgeräts
Ein FM-Transmitter nimmt das Signal meist über Bluetooth oder ein AUX-Kabel vom Smartphone auf.
- Ist die Lautstärke am Smartphone zu niedrig eingestellt, kommt beim Transmitter nur ein schwaches Signal an, das er dann auch nur schwach weitersenden kann.
- Das Problem: Dreht man das Smartphone auf 100 %, neigen billige Transmitter oft zum Übersteuern (Verzerren). Man muss also einen Kompromiss finden (meistens ca. 80–90 % Lautstärke am Handy).
4. Signal-Rausch-Verhältnis
Da die Sendeleistung der kleinen Geräte minimal ist, entsteht oft ein Grundrauschen. Um dieses Rauschen nicht durch Verstärkung des Tonsignals noch hörbarer zu machen, bleibt der Gesamtpegel des Transmitters oft eher niedrig. Professionelle Sender hingegen senden mit mehreren Kilowatt Leistung, was ein viel saubereres und kräftigeres Signal ermöglicht.
5. Qualität des Digital-Analog-Wandlers (DAC)
In vielen FM-Transmittern sind sehr günstige Chips verbaut. Diese wandeln das digitale Bluetooth-Signal in ein analoges FM-Signal um. Dabei geht oft Dynamik und „Druck“ verloren, was sich in einer geringeren wahrgenommenen Lautstärke äußert.
Tipps für bessere Lautstärke:
- Handy-Lautstärke: Stelle dein Smartphone auf ca. 80 % bis 90 % der Lautstärke ein. Gehe nicht auf 100 %, um Verzerrungen zu vermeiden.
- Frequenzwahl: Suche eine Frequenz, auf der absolut kein anderer Sender (auch kein schwacher aus der Nachbarregion) zu hören ist. Je sauberer die Frequenz, desto besser kommt das Signal durch.
- Radio aufdrehen: Es ist völlig normal, dass du das Autoradio bei der Nutzung eines Transmitters weiter aufdrehen musst als beim normalen Radioempfang. Achte nur darauf, die Lautstärke wieder zu senken, bevor du auf normales Radio zurückschaltest, um keinen Schreck zu bekommen.