Was versteht man unter der Selbstentladung bei ungenutzten Akkus?
Unter der Selbstentladung versteht man den Prozess, bei dem Akkus (und Batterien) mit der Zeit ihre elektrische Ladung verlieren, auch wenn sie nicht an einen Verbraucher angeschlossen sind.
Einfach gesagt: Ein voll aufgeladener Akku, der drei Monate ungenutzt in der Schublade liegt, ist danach nicht mehr voll, sondern teilweise oder sogar ganz leer.
Hier sind die wichtigsten Details dazu:
1. Warum passiert das? (Die Ursachen)
Selbstentladung ist ein chemischer Prozess. Da ein Akku Energie durch chemische Reaktionen speichert und abgibt, finden diese Reaktionen im Inneren des Akkus permanent statt – leider auch in minimalem Maße, wenn kein Strom fließen soll.
- Interne Nebenreaktionen: Es kommt zu unerwünschten chemischen Reaktionen zwischen den Elektroden und dem Elektrolyten.
- Interne Kriechströme: Keine Isolierung im Inneren des Akkus ist perfekt; winzige Mengen Strom fließen ständig zwischen den Polen.
2. Faktoren, die die Selbstentladung beeinflussen
Wie schnell ein Akku leer wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Der Akku-Typ (Chemie):
- Lithium-Ionen-Akkus (Smartphone, Laptop, E-Auto): Haben eine sehr geringe Selbstentladung (ca. 1–3 % pro Monat).
- NiMH-Akkus (klassische AA/AAA-Akkus): Haben eine hohe Selbstentladung (bis zu 30 % pro Monat). Ausnahme: „LSD-NiMH“ wie Eneloop, die halten die Ladung über Jahre.
- Blei-Akkus (Autobatterie): Liegen im Mittelfeld (ca. 5–10 % pro Monat).
- Die Temperatur: Das ist der wichtigste äußere Faktor. Wärme beschleunigt die chemischen Reaktionen. Ein Akku, der im heißen Auto liegt, entlädt sich um ein Vielfaches schneller als ein Akku im kühlen Keller.
- Das Alter des Akkus: Ältere Akkus haben oft eine beschädigte innere Struktur, was die Selbstentladung massiv erhöht.
3. Warum ist das gefährlich? (Tiefentladung)
Die Selbstentladung an sich ist nicht schlimm, man muss den Akku danach einfach nur wieder aufladen. Das Problem ist jedoch die Tiefentladung: Wenn die Spannung durch die Selbstentladung unter einen bestimmten kritischen Wert sinkt, finden im Inneren zerstörerische Prozesse statt. Der Akku kann dann oft gar nicht mehr geladen werden oder verliert massiv an Kapazität.
4. Tipps zur Lagerung ungenutzter Akkus
Um die Selbstentladung zu minimieren und den Akku zu schonen, sollte man Folgendes beachten:
- Kühl lagern: Ideal sind Temperaturen zwischen 10 °C und 15 °C (trockener Keller). Nicht in den Kühlschrank (Feuchtigkeit!), außer sie sind luftdicht verpackt.
- Der richtige Ladestand:
- Lithium-Ionen-Akkus niemals ganz voll oder ganz leer lagern. Ideal sind etwa 40 % bis 60 % Ladung.
- Blei-Akkus sollten hingegen immer vollgeladen gelagert werden.
- Regelmäßig prüfen: Wenn man Geräte länger einlagert, sollte man alle 3 bis 6 Monate den Ladestand prüfen und gegebenenfalls kurz nachladen.
Zusammenfassend: Selbstentladung ist ein natürlicher „Schwund“ von Energie durch ungewollte chemische Reaktionen, der vor allem durch Wärme beschleunigt wird.