Was versteht man unter dem Begriff „Vitola“ im Zusammenhang mit Zigarrenformaten?
Im Zusammenhang mit Zigarren beschreibt der Begriff „Vitola“ (spanisch für „Format“, „Kaliber“ oder „Schablone“) die spezifische Form und Größe einer Zigarre.
Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass in der Fachwelt zwischen zwei Arten von Vitolas unterschieden wird, da ein und dasselbe Format oft zwei verschiedene Namen hat:
1. Vitola de Galera (Der Fabrikname)
Dies ist die offizielle Bezeichnung, die innerhalb der Fabrik verwendet wird. Sie ist standardisiert und legt die exakten Maße fest, an die sich der Zigarrenroller (Torcedor) halten muss.
- Beispiel: Die Vitola de Galera für eine klassische, schlanke Zigarre ist die „Mareva“.
2. Vitola de Salida (Der Handelsname)
Dies ist der Name, unter dem die Zigarre im Geschäft verkauft wird. Er wird vom jeweiligen Hersteller (der Marke) festgelegt und ist oft fantasievoller oder bezieht sich auf eine Nummerierung.
- Beispiel: Die berühmte „Montecristo No. 4“ hat als Handelsnamen (Vitola de Salida) eben diesen Namen, ihre Fabrikbezeichnung (Vitola de Galera) ist jedoch „Mareva“.
Woraus setzt sich eine Vitola zusammen?
Eine Vitola wird durch zwei Hauptmerkmale definiert:
- Die Länge: Meist in Millimetern (mm) oder Zoll (Inches) angegeben.
- Das Ringmaß (Ring Gauge): Dies ist der Durchmesser der Zigarre. Er wird traditionell in 1/64 Zoll gemessen. Ein Ringmaß von 64 entspricht also genau einem Zoll (ca. 25,4 mm). Ein Ringmaß von 50 bedeutet, dass die Zigarre 50/64 Zoll dick ist (ca. 19,8 mm).
Die zwei Grundformen von Vitolas
Man unterteilt Zigarrenformate zudem in zwei Kategorien:
- Parejos: Dies sind die klassischen, zylindrischen Zigarren mit geradem Körper, einem geschlossenen Kopf (meist rund) und einem offenen Fuß (zum Anzünden). Beispiele: Robusto, Churchill, Corona, Panetela.
- Figurados: Dies sind alle Zigarren, die eine unregelmäßige Form haben (z. B. spitz zulaufend oder an beiden Enden geschlossen). Beispiele: Torpedo, Belicoso, Pirámide, Perfecto.
Warum ist der Begriff wichtig?
Die Vitola hat einen entscheidenden Einfluss auf das Raucherlebnis:
- Dicke Zigarren (hohes Ringmaß) brennen kühler und bieten oft eine komplexere Aromenvielfalt, da mehr Einlagetabak verwendet werden kann.
- Dünne Zigarren brennen heißer, wobei das Deckblatt (das teuerste und aromatischste Blatt) einen größeren Anteil am Geschmack hat.
- Lange Zigarren bieten eine längere Rauchdauer und eine stärkere Entwicklung der Aromen im Verlauf des Rauchens.
Zusammenfassend: Wenn jemand nach der Vitola fragt, möchte er wissen, welches Format (z. B. eine Robusto oder eine Panetela) die Zigarre hat.