Was verbirgt sich hinter dem sogenannten „Bremer Loch“, einer im Pflaster eingelassenen Spendendose auf dem Marktplatz?

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Hinter dem sogenannten „Bremer Loch“ verbirgt sich eine originelle und sehr erfolgreiche unterirdische Spendenbüchse auf dem Bremer Marktplatz.

Hier sind die wichtigsten Details zu dieser Sehenswürdigkeit:

1. Was ist es genau?

Optisch erinnert das Bremer Loch an einen gewöhnlichen Gullydeckel aus Bronze, der bündig in das Pflaster des Marktplatzes (direkt vor der Bremischen Bürgerschaft) eingelassen ist. In der Mitte befindet sich jedoch ein schmaler Einwurfschlitz für Münzen.

2. Der akustische Effekt (Der Clou)

Das Besondere passiert, wenn man eine Münze in den Schlitz wirft: Als „Dankeschön“ ertönen aus der Tiefe die Stimmen der berühmten Bremer Stadtmusikanten. Je nachdem, wie die Münze fällt, hört man:

  • das I-Ah des Esels,
  • das Wuff des Hundes,
  • das Miau der Katze oder
  • das Kikeriki des Hahns.

Technisch funktioniert das über eine Lichtschranke im Inneren, die den Geldeinwurf registriert und ein digitales Soundmodul auslöst.

3. Der gute Zweck

Das gesammelte Geld ist kein Gag für die Stadtkasse, sondern dient einem wohltätigen Zweck. Die Spenden fließen an die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe (WKB). Diese Organisation unterstützt damit verschiedene soziale Projekte in der Hansestadt, wie etwa Suppenküchen, Obdachlosenhilfe oder Projekte für Kinder und Senioren.

4. Entstehung und Erfolg

  • Initiator: Die Idee stammt von dem Bremer Designer Fitz Haase.
  • Eröffnung: Das Bremer Loch wurde im Jahr 2007 installiert.
  • Erfolg: Es ist eine der effektivsten Spendenbüchsen Deutschlands. Jährlich kommen so zwischen 12.000 und 15.000 Euro zusammen – allein dadurch, dass Touristen und Einheimische ein paar Cent oder Euro investieren, um die Tiere singen zu hören.

Wo genau findet man es?

Es befindet sich auf der Seite des Marktplatzes, die zur Bremischen Bürgerschaft (dem Landtag) gewandt ist, nur wenige Meter vom UNESCO-Welterbe (Rathaus und Roland) entfernt.

Es ist also ein schönes Beispiel dafür, wie man durch eine spielerische Idee (Gamification) Menschen dazu motivieren kann, Kleingeld für einen guten Zweck zu spenden.