Was sollte man bei einer allergischen Reaktion auf Haarfärbemittel tun?
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Eine allergische Reaktion auf Haarfärbemittel (oft ausgelöst durch den Inhaltsstoff PPD – Paraphenylendiamin) kann von leichtem Jucken bis hin zu schweren medizinischen Notfällen reichen.
Hier ist ein Leitfaden, was Sie in den verschiedenen Phasen tun sollten:
1. Sofortmaßnahmen (während oder direkt nach dem Färben)
Wenn Sie während des Färbens ein Brennen, Stechen oder starken Juckreiz bemerken:
- Sofort ausspülen: Waschen Sie das Färbemittel umgehend mit reichlich lauwarmem Wasser und einem milden Shampoo (am besten ein Babyshampoo oder ein medizinisches Shampoo ohne Duftstoffe) aus.
- Rückstände entfernen: Stellen Sie sicher, dass keine Farbreste auf der Kopfhaut, hinter den Ohren oder im Nacken verbleiben.
- Nicht kratzen: Auch wenn es juckt, vermeiden Sie Kratzen, da dies die Hautbarriere verletzt und Giftstoffe oder Bakterien tiefer eindringen lässt.
2. Behandlung leichter Symptome (zu Hause)
Wenn die Reaktion mild ist (leichte Rötung, Juckreiz):
- Kühlen: Kalte Kompressen oder ein kühler (nicht eiskalter) Luftstrom aus dem Föhn können den Juckreiz lindern.
- Antihistaminika: Rezeptfreie Allergietabletten (z. B. mit Cetirizin oder Loratadin) aus der Apotheke können helfen, die Immunreaktion zu dämpfen.
- Hydrocortison-Creme: Bei Rötungen an den Hauträndern (Stirn, Ohren) kann eine schwach dosierte Hydrocortison-Creme (rezeptfrei) helfen. Achtung: Nicht großflächig auf der behaarten Kopfhaut anwenden, ohne den Arzt zu fragen.
- Hausmittel: Kalter Kamillentee oder Quarkwickel können beruhigend wirken (nur wenn keine offene Haut vorliegt).
3. Wann Sie zum Arzt müssen
Suchen Sie einen Hausarzt oder Dermatologen auf, wenn:
- Die Schwellung zunimmt (besonders im Gesicht, an den Augenlidern oder Ohren).
- Sich Blasen bilden oder die Haut nässt.
- Der Juckreiz am ganzen Körper auftritt.
- Die Beschwerden nach 24 Stunden nicht besser werden.
4. NOTFALL: Wann Sie den Notruf (112) wählen müssen
Eine allergische Reaktion kann in einen anaphylaktischen Schock übergehen. Rufen Sie sofort den Notarzt, wenn folgende Symptome auftreten:
- Atemnot oder Kurzatmigkeit.
- Schwellungen im Mund, Rachen oder an der Zunge.
- Herzrasen oder Schwindel.
- Übelkeit und Erbrechen.
- Großflächiger Nesselausschlag (Quaddeln) am ganzen Körper.
5. Nach der Reaktion: Was für die Zukunft wichtig ist
- Allergietest beim Hautarzt: Lassen Sie genau bestimmen, auf welchen Stoff Sie reagiert haben (meist ist es PPD oder Resorcin).
- Allergiepass: Lassen Sie sich einen Allergiepass ausstellen und tragen Sie diesen bei sich.
- Inhaltsstoffe prüfen: "Naturkosmetik" bedeutet nicht automatisch "allergiefrei". Auch pflanzliche Mittel wie Henna können mit PPD versetzt sein (besonders "schwarzes Henna").
- Nie wieder das gleiche Produkt: Wenn Sie einmal reagiert haben, wird die nächste Reaktion oft deutlich stärker ausfallen ("Sensibilisierung").
- Keine Selbsttests mehr: Der oft auf Packungen empfohlene "Heim-Patch-Test" am Arm kann eine Allergie erst recht auslösen oder verschlimmern.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Im Zweifel immer einen Arzt kontaktieren.