Was sind die wichtigsten Sicherheitsmerkmale einer modernen Aufschnittmaschine?

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Moderne Aufschnittmaschinen (sowohl für den gewerblichen Einsatz als auch für hochwertige Haushaltsgeräte) müssen strenge Sicherheitsnormen erfüllen (in Europa vor allem die DIN EN 1974). Da das rotierende Messer das größte Gefahrenpotenzial darstellt, konzentrieren sich die Sicherheitsmerkmale auf den Schutz der Hände und die Vermeidung von unbeabsichtigtem Einschalten.

Hier sind die wichtigsten Sicherheitsmerkmale im Überblick:

1. Mechanische Schutzvorrichtungen

  • Messerschutzring: Dies ist ein fest montierter Ring, der die Schneide des Messers umschließt. Er sorgt dafür, dass nur der Teil des Messers offenliegt, der tatsächlich zum Schneiden benötigt wird. Selbst wenn die Messerabdeckplatte abgenommen wird, verhindert der Ring ein versehentliches Berühren der scharfen Kante.
  • Messerabdeckplatte: Eine Platte, die die Vorderseite des Messers (bis auf den Schneidespalt) abdeckt. Sie sorgt dafür, dass das Schneidgut ruhig gleitet und die Finger nicht direkt ans Messer kommen.
  • Restehalter: Wenn das Schneidgut (Wurst, Käse) klein wird, darf es niemals mit der Hand geführt werden. Der Restehalter mit seinen „Spikes“ fixiert das Endstück und hält die Finger in sicherem Abstand zum Messer.
  • Daumenschutz: Am Schlitten befindet sich meist ein transparenter oder stabiler Handschutz, der verhindert, dass der Daumen während der Schlittenbewegung in den Messerbereich gerät.

2. Elektrische Sicherheitseinrichtungen

  • Nullspannungsschalter (Wiederanlaufschutz): Nach einem Stromausfall oder wenn der Stecker gezogen wurde, darf die Maschine nicht automatisch wieder anlaufen, sobald der Strom wieder da ist. Man muss sie aktiv erneut einschalten.
  • Motorbremse: Moderne Maschinen verfügen über eine Bremse, die das Messer nach dem Ausschalten innerhalb weniger Sekunden (meist unter 4 Sekunden) zum Stillstand bringt.
  • Zweihand-Bedienung (bei Automaten): Bei vollautomatischen Maschinen müssen oft beide Hände genutzt werden, um den Startvorgang einzuleiten, damit keine Hand im Gefahrenbereich ist.

3. Sicherheit bei Reinigung und Wartung

  • Schlittenverriegelung bei Nullstellung: Viele Maschinen lassen sich nur dann reinigen oder der Schlitten lässt sich nur dann abkippen/abnehmen, wenn die Schnittstärkeeinstellung auf „0“ steht. In dieser Position ist die Messerschneide vollständig durch die Anschlagplatte abgedeckt.
  • Abnehmbare Teile mit Sicherheitsverriegelung: Wenn wichtige Schutzteile (wie die Messerabdeckplatte) entfernt werden, unterbrechen Sensoren oder magnetische Sicherheitsschalter bei vielen modernen Geräten den Stromkreis, sodass die Maschine nicht anlaufen kann.
  • Sichere Messerabnahme: Hochwertige Maschinen bieten spezielle Vorrichtungen (Messerentnahme-Vorrichtungen), mit denen das Messer ausgebaut werden kann, ohne dass man die Schneide direkt berühren muss.

4. Standfestigkeit und Ergonomie

  • Saugfüße oder hohes Eigengewicht: Eine Aufschnittmaschine darf während des Betriebs nicht verrutschen. Schwere Metallgehäuse und spezielle Gummifüße sind hier Standard.
  • Integrierter Messerschärfer: Ein fest verbauter Schärfer ist sicherer als ein loses Schleifwerkzeug, da er so konstruiert ist, dass die Hände während des Schleifvorgangs außerhalb der Gefahrenzone bleiben.

5. Hygiene als Sicherheitsaspekt

Obwohl es nicht direkt um Schnittverletzungen geht, ist Hygiene ein Teil der Produktsicherheit:

  • Glatte Oberflächen und abnehmbare Schlitten: Verhindern Bakterienbildung durch leichte Reinigung.
  • C-Schnitt / Schrägständer: Durch die Schwerkraft fällt das Schnittgut besser ab, was verhindert, dass der Bediener mit der Hand nachhelfen muss (was wiederum das Verletzungsrisiko senkt).

Fazit: Das wichtigste Sicherheitsmerkmal ist das Zusammenspiel aus Messerschutzring (mechanisch), Nullspannungsschalter (elektrisch) und der Schlittenverriegelung (beim Reinigen). Wer eine moderne Maschine bedient, sollte dennoch niemals auf den Restehalter verzichten.

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