Was sind die strengen Qualitätsmerkmale eines „London Dry Gin“?

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Die Bezeichnung „London Dry Gin“ ist ein geschützter Begriff, der in der EU-Spirituosenverordnung (2019/787) streng reglementiert ist. Es handelt sich dabei um die am strengsten kontrollierte Kategorie der Gin-Herstellung. Entgegen dem Namen muss der Gin übrigens nicht aus London kommen; es geht rein um das Herstellungsverfahren.

Hier sind die exakten Qualitätsmerkmale eines echten London Dry Gin:

1. Der Basis-Alkohol

  • Landwirtschaftlicher Ursprung: Der verwendete Grundalkohol muss aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen (meist Getreide, aber auch Kartoffeln oder Melasse) gewonnen werden.
  • Hohe Reinheit: Der Basis-Alkohol muss auf mindestens 96 % vol. destilliert sein, bevor die Botanicals (Aromastoffe) hinzugefügt werden. Damit wird sichergestellt, dass keine unerwünschten Eigengeschmäcker des Rohstoffs das Aroma stören.

2. Die Aromatisierung (Das wichtigste Merkmal)

  • Gleichzeitige Destillation: Alle pflanzlichen Stoffe (Botanicals) müssen gleichzeitig während des Destillationsvorgangs in herkömmlichen Brennblasen hinzugefügt werden.
  • Natürliche Zutaten: Es dürfen nur natürliche pflanzliche Stoffe verwendet werden.
  • Kein nachträgliches Aromatisieren: Es ist streng verboten, nach dem Brennvorgang weitere Aromen oder Extrakte hinzuzufügen. Alles, was man schmeckt, muss direkt aus der Destillation stammen. (Das unterscheidet ihn vom einfachen „Distilled Gin“, bei dem nach der Destillation noch Aromen beigemischt werden dürfen).

3. Zusätze nach der Destillation

  • Keine Farbstoffe: Ein London Dry Gin muss immer kristallklar sein. Die Zugabe von Farbstoffen ist verboten.
  • Strenge Zucker-Grenze: Es darf Zucker hinzugefügt werden, aber nur in einer extrem geringen Menge: maximal 0,1 Gramm Zucker pro Liter Fertigprodukt. Dieser dient lediglich der Abrundung („Correction“), nicht der Süßung.
  • Nur Wasser: Nach der Destillation darf nur noch Wasser hinzugefügt werden, um den Gin auf die Trinkstärke herabzusetzen.

4. Alkoholgehalt und Geschmack

  • Mindestalkoholgehalt: Ein London Dry Gin muss bei der Abfüllung einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 % vol. aufweisen.
  • Wacholder-Dominanz: Der Geschmack muss vorherrschend nach Wacholder schmecken. Auch wenn heute viele moderne Gins mit Zitrus- oder Gewürznoten experimentieren, muss der Wacholdercharakter erhalten bleiben.

Zusammenfassung: Der Unterschied zum „Dry Gin“

Jeder London Dry Gin ist automatisch auch ein Dry Gin, aber nicht jeder Dry Gin erfüllt die strengen Kriterien des London Dry:

  • Beim Dry Gin dürfen Aromen auch nachträglich (nach der Destillation) hinzugefügt werden (z. B. durch Mischen von Essenzen).
  • Beim London Dry Gin muss das Aroma ausschließlich durch die gemeinsame Destillation von Alkohol und Botanicals entstehen.

Kurz gesagt: London Dry Gin steht für höchste Reinheit und ein traditionelles, ehrliches Handwerksverfahren ohne „Tricks“ nach dem Brennen.

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