Was sind die häufigsten Ursachen für trockene Augen beim Tragen von Linsen?

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Das Gefühl von trockenen Augen (in der Fachsprache Sicca-Syndrom genannt) ist eines der häufigsten Probleme bei Kontaktlinsenträgern. Es entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus der Linse selbst, der Biologie des Auges und äußeren Einflüssen.

Hier sind die häufigsten Ursachen im Detail:

1. Die Kontaktlinse als „Schwamm“

Besonders weiche Kontaktlinsen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Um ihre Form und Geschmeidigkeit zu behalten, benötigen sie Feuchtigkeit.

  • Feuchtigkeitsentzug: Wenn die Linse austrocknet (z. B. durch warme Zimmerluft), saugt sie die benötigte Flüssigkeit wie ein Schwamm direkt aus dem Tränenfilm des Auges.
  • Materialwahl: Ältere Hydrogel-Linsen haben oft einen sehr hohen Wassergehalt. Was paradox klingt: Je höher der Wassergehalt der Linse, desto mehr Tränenflüssigkeit entzieht sie dem Auge oft, um diesen Gehalt stabil zu halten. Moderne Silikon-Hydrogel-Linsen sind hier meist besser, da sie weniger Wasser benötigen und sauerstoffdurchlässiger sind.

2. Reduzierte Blinzelrate (Office-Eye-Syndrom)

Wenn wir auf Bildschirme (Smartphone, Computer) starrren, reduziert sich unsere Blinzelrate um bis zu 60–70 %.

  • Normalerweise verteilt das Blinzeln bei jedem Schlag frische Tränenflüssigkeit über die Linse.
  • Durch das starre Schauen verdunstet der Tränenfilm auf der Linsenoberfläche, bevor der nächste Lidschlag erfolgt. Die Linse wird trocken und reibt auf dem Auge.

3. Umweltfaktoren

Die Umgebung hat einen direkten Einfluss darauf, wie schnell die Flüssigkeit auf der Linse verdunstet:

  • Klimaanlagen und Heizungsluft: Diese entziehen der Luft Feuchtigkeit.
  • Zugluft: Wind oder Gebläse im Auto fördern die Verdunstung.
  • Rauch und Staub: Partikel können sich auf der Linse ablagern und den Tränenfilm instabil machen.

4. Probleme mit dem Pflegemittel

Nicht jede Linse harmoniert mit jeder Reinigungslösung.

  • Konservierungsstoffe: Manche All-in-One-Lösungen enthalten Stoffe, die den Tränenfilm stören oder leichte allergische Reaktionen hervorrufen können.
  • Ablagerungen: Wenn Linsen nicht gründlich gereinigt werden, bilden sich Protein- und Lipidablagerungen. Diese machen die Oberfläche rau, was dazu führt, dass der Tränenfilm nicht mehr gleichmäßig haftet.

5. Biologische Ursachen & Tränenfilmqualität

Manchmal liegt das Problem nicht an der Linse, sondern am Auge selbst:

  • Meibom-Drüsen-Dysfunktion: In den Augenlidern sitzen Drüsen, die eine ölige Schicht für den Tränenfilm produzieren. Ist diese Schicht zu dünn, verdunstet das Wasser im Auge zu schnell.
  • Hormonelle Veränderungen: Wechseljahre, die Antibabypille oder eine Schwangerschaft können die Zusammensetzung des Tränenfilms verändern.
  • Medikamente: Betablocker, Antihistaminika oder Antidepressiva können die Tränenproduktion verringern.

6. Zu lange Tragezeiten

Jede Linse hat eine maximale Tragezeit pro Tag. Wird diese überschritten, lagert sich zu wenig Sauerstoff am Auge an, und die Linse beginnt zu „kleben“. Auch das Tragen über Nacht (bei Linsen, die nicht dafür zugelassen sind) führt zu extremer Trockenheit am nächsten Morgen.


Was kann man tun?

  1. Materialwechsel: Besprechen Sie mit Ihrem Optiker den Wechsel auf Silikon-Hydrogel-Linsen oder Tageslinsen (da diese jeden Tag steril und ohne Ablagerungen sind).
  2. Nachbenetzungstropfen: Achten Sie darauf, dass diese konservierungsmittelfrei und für Kontaktlinsen geeignet sind (am besten mit Hyaluronsäure).
  3. Lidrandpflege: Warme Kompressen können helfen, die verstopften Fettdrüsen in den Augenlidern zu öffnen.
  4. Trinkmenge: Ausreichend Wasser trinken unterstützt die Tränenproduktion von innen.
  5. Bewusstes Blinzeln: Legen Sie bei der Bildschirmarbeit Pausen ein (20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden 20 Fuß – ca. 6 Meter – in die Ferne schauen und bewusst blinzeln).

Wichtiger Hinweis: Wenn die Augen chronisch rot sind, schmerzen oder die Sicht verschwimmt, sollten Sie die Linsen sofort herausnehmen und einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen, um Entzündungen oder Hornhautschäden auszuschließen.