Was passiert, wenn Glasreiniger auf die speziellen Beschichtungen von Brillengläsern gelangt?

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Das Verwenden von herkömmlichem Glasreiniger (Fensterreiniger) auf Brillengläsern ist keine gute Idee. Obwohl der Name vermuten lässt, dass er für alles aus Glas geeignet ist, sind moderne Brillengläser hochkomplexe optische Bauteile, die sehr empfindlich reagieren.

Hier ist, was passiert, wenn Glasreiniger auf die Beschichtungen gelangt:

1. Chemische Zersetzung der Schichten

Moderne Brillengläser (besonders solche aus Kunststoff) haben mehrere hauchdünne Schichten: Entspiegelung, Hartschicht (gegen Kratzer), UV-Filter und den sogenannten „Lotus-Effekt“ (schmutzabweisend).

  • Ammoniak und Tenside: Viele Glasreiniger enthalten Ammoniak oder aggressive Tenside. Diese Chemikalien können die Bindemittel zwischen den einzelnen Schichten angreifen.
  • Die Folge: Die Beschichtung wird spröde und kann mit der Zeit winzige Risse bekommen oder sich sogar flächig ablösen (Delamination).

2. Zerstörung des „Lotus-Effekts“

Die oberste Schicht der Brille ist meist eine extrem glatte Beschichtung, die Wasser und Fett abweist. Die aggressiven Inhaltsstoffe im Glasreiniger „fressen“ diese Schicht förmlich weg. Die Brille beschlägt danach schneller, verschmiert leichter und lässt sich immer schwerer reinigen.

3. Blindwerden der Gläser (Trübung)

Besonders bei Kunststoffgläsern (die heute den Großteil ausmachen) kann der im Glasreiniger enthaltene Alkohol oder andere Lösungsmittel in das Material eindringen.

  • Das Ergebnis ist oft eine milchige Trübung, die sich nicht mehr wegputzen lässt. Die Brille ist dann dauerhaft beschädigt und muss ausgetauscht werden.

4. Beschädigung des Gestells

Nicht nur die Gläser leiden: Glasreiniger kann auch den Weichmacher aus Kunststofffassungen ziehen. Das Gestell wird spröde, verliert seinen Glanz oder kann im schlimmsten Fall brechen.


Was sind die Symptome einer Beschädigung?

Wenn du Glasreiniger benutzt hast, merkst du den Schaden oft nicht sofort, sondern nach einigen Wochen oder Monaten:

  • Regenbogeneffekte: Die Lichtbrechung stimmt nicht mehr.
  • Kleine Risse: Es sieht aus wie ein extrem feines Spinnennetz auf dem Glas (Crazing).
  • Abblättern: Die Entspiegelung löst sich in kleinen Schuppen am Rand ab.

Die richtige Alternative:

Um deine Brille sicher zu reinigen, empfiehlt sich:

  1. Lauwarmes fließendes Wasser: Um groben Staub abzuspülen (verhindert Kratzer).
  2. Ein Tropfen mildes Spülmittel: Wichtig: Verwende kein rückfettendes Spülmittel (kein „Hautbalsam“ oder „mit Aloe Vera“), da dies einen Schmierfilm hinterlässt.
  3. Ein sauberes Mikrofasertuch: Zum Abtrocknen und Polieren.

Fazit: Glasreiniger ist für Fensterscheiben optimiert, um hartnäckigen Schmutz und Fett zu lösen. Für die extrem dünnen und sensiblen Hightech-Schichten einer Brille ist er viel zu aggressiv. Nutze stattdessen spezielle Brillenreinigungssprays vom Optiker oder einfach Wasser und mildes Spülmittel.

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